Der Jahreswechsel bringt einige Gesetzesänderungen, die Sie bei der Buchhaltung 2019 beachten müssen. Wir erklären, was es zum Beispiel mit der neuen Gesundheitsförderung, dem erhöhten Mindestlohn und der neuen Teilzeitregelung für Arbeitgeber und -nehmer auf sich hat.

Betriebliche Gesundheitsförderung 2019

Motivierte und vor allem gesunde Mitarbeiter sind ein Gewinn für jedes Unternehmen. Mit der seit 2008 gesetzlich festgelegten Betrieblichen Gesundheitsförderung können Unternehmen maßgeblich zur Gesundheit ihrer Angestellten beitragen, indem sie jährlich bis zu 500 Euro pro Mitarbeiter investieren. Diese Leistung muss vom Arbeitnehmer anschließend nicht besteuert werden. Ab dem 1. Januar 2019 gilt die Gesetzesanpassung des § 3 Nr. 34 des Einkommensteuergesetzes, die eine Zertifizierung der in Anspruch genommenen gesundheitsfördernden Leistungen voraussetzt. Für bereits vor dem 1. Januar 2019 begonnene, nicht zertifizierte Gesundheitsmaßnahmen gilt die Regelung noch nicht.

Zusätzlich ist der Arbeitgeber ab diesem Jahr verpflichtet, die Hälfte der Krankenkassen-Zusatzbeiträge seiner Arbeitnehmer. Diese liegen durchschnittlich bei 0,9%.

Erhöhter Mindestlohn

Der gesetzliche Mindestlohn wird von den bisherigen 8,84 Euro auf 9,19 Euro angehoben. Aufgrund der momentan guten Wirtschaftslage wurde die nächste Erhöhung für 2020 auf 9,35 Euro ebenfalls bereits beschlossen. Der gesetzliche Mindestlohn gilt flächendeckend seit 2015, damals noch mit 8,50 Euro. Achtung: Er verdrängt nicht die Branchenmindestlöhne, wenn diese höher angesetzt sind.

Buchhaltung 2019: Schild mit der Aufschrift "Minimum Wage" liegt vor einem Gerichtshammer

Der Mindestlohn wird sowohl 2019 als auch 2020 angehoben.

Über Erhöhungen entscheidet die zuständige Kommission, die aus neun Mitgliedern besteht und alle zwei Jahre Ende Juni tagt. Die Kommission setzt sich aus Gewerkschafts- und Arbeitgebervertretern sowie wissenschaftlichen Mitgliedern zusammen.

Info: Arbeitgeber, die den gesetzlichen Tarif nicht zahlen, müssen mit einer Geldstrafe von bis zu 500.000 Euro rechnen.

Größere Gleitzone für Midi-Jobs und das Teilhabechancengesetz

Mini- und Midi-Jobber sind für viele Unternehmen unverzichtbar, um flexibel auf eventuelle Marktveränderungen zu reagieren. Ab dem 1. Juli gilt nun eine erweiterte Gleitzone zwischen Mini- und Midi-Jobs. An der 450-Euro-Grenze ändert sich nichts, dafür erhöht sich die Obergrenze für Midi-Jobs von 850 auf 1.300 Euro. Innerhalb dieses Rahmens hängt der gesetzliche Sozialversicherungsbeitrag des Arbeitnehmers vom Bruttogehalt ab, während Sie als Arbeitgeber konstant 19,375% übernehmen.

Das ab dem 1. Januar gültige Teilhabechancengesetz soll Langzeitarbeitslosen den Schritt zurück in die Beschäftigung ebnen. Der Staat bezuschusst das Arbeitsentgelt der betroffenen Arbeitnehmer im ersten Jahr mit 75% und im zweiten Jahr mit 50% des regelmäßig gezahlten Gehalts. Zusätzlich wird ein Teil des Gesamtsozialversicherungsbeitrages übernommen und nach Ablauf der zwei Jahre muss der Arbeitnehmer für mindestens weitere sechs Monate beschäftigt werden. Zusätzlich erhält die Person eine beschäftigungsbegleitende Betreuung vom Jobcenter. In den ersten sechs Monaten nach Ablauf der bezuschussten zwei Jahre ist der Arbeitgeber verpflichtet, seinen Mitarbeiter dafür freizustellen.

Von der Teilzeit zurück in die Vollzeit

Der Bundestag hat bereits am 18. Oktober 2018 den Gesetzesentwurf zur Brückenteilzeit beschlossen, der nun seit dem 1. Januar 2019 zur Anwendung kommt. Das Teilzeitbefristungsgesetz wird ab diesem Jahr um einen gesetzlichen Anspruch auf zeitlich begrenzte Teilzeitarbeit erweitert, die die Rückkehr in die Vollzeit ermöglicht. Das soll für Arbeitnehmer das Risiko verringern, in der sogenannten „Teilzeitfalle“ festzustecken. Laut Gesetz hat jeder Arbeitnehmer grundsätzlich und nicht nur während der Elternzeit einen Teilzeitanspruch. Voraussetzungen dafür: Das Arbeitsverhältnis besteht länger als sechs Monate und das Unternehmen beschäftigt mehr als 15 Mitarbeiter. Ein Antrag auf Teilzeit muss mindestens drei Monate im Voraus gestellt werden und eine Ablehnung muss vom Arbeitgeber begründet werden.

Seit Januar gibt es nun zusätzlich die sogenannte Brückenteilzeit. Arbeitnehmer können ihre Arbeitszeit für einen festgelegten zeitlichen Rahmen, mindestens ein und maximal fünf Jahre, reduzieren und kehren danach in die Vollzeit zurück. Das Arbeitsverhältnis muss dafür schon mindestens sechs Monate andauern und das Unternehmen muss mehr als 45 Mitarbeiter beschäftigen. Bei weniger Angestellten hat der Arbeitnehmer nach wie vor kein Recht, in Vollzeit zurückzukehren. Als Arbeitgeber dürfen Sie Anträge auf Brückenteilzeit ablehnen, falls sich bereits von 15 Mitarbeitern einer in Brückenteilzeit befindet oder betriebliche Gründe dagegensprechen.

Für die Umwelt – Elektromotoren und Jobticket

Buchhaltung 2019: Elektroauto lädt an Ladestation

Für umweltfreundliche Maßnahmen gibt es Steuervorteile.

2019 steht außerdem ganz im Zeichen der Klimafreundlichkeit. Unternehmen, die ihren Mitarbeitern Elektro- oder Hybridfahrzeuge zur Verfügung stellen, zahlen nur noch 0,5% des Bruttoinlandspreises des Geschäftswagens bei der Einkommenssteuer und nicht mehr wie bisher 1%. Noch bleibt die Frage offen, ob die Senkung auch umsatzsteuerlich genutzt werden darf. Zusätzlich können Arbeitgeber ab sofort die Jobtickets ihrer Mitarbeiter steuerfrei bezuschussen; die Maßnahme soll den ÖPNV nachhaltig fördern.

Digitale A1-Bescheinigung ist Pflicht

Für Mitarbeiter, die jobbedingt reisen, muss eine A1-Bescheinigung beantragt werden. Diese weist bei dienstlichen Auslandsaufenthalten darauf hin, dass der Arbeitnehmer trotzdem nach wie vor den deutschen Sozialversicherungsvorschriften unterliegt. Die Bescheinigung gilt in erster Linie für die EU-Staaten und für Länder wie Norwegen und die Schweiz. Bereits seit Januar 2018 ist es möglich, die A1-Bescheinigung auch elektronisch zu beantragen. Das spart Zeit und jede Menge Papierkram. Ab Juli 2019 ist das digitale Verfahren nun sogar verpflichtend.

Mehr Infos zum Thema Steuern finden Sie in unserem Artikel „Steuererklärung, Grundfreibetrag, Krankenversicherung: Das ändert sich 2019„.

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