Egal ob beim Wocheneinkauf oder bei größeren Anschaffungen: Die Mehrwertsteuer schlägt stets zu Buche und treibt den Preis. Allerdings variiert die Steuerlast. Waren des täglichen Bedarfs werden begünstigt, auf sie zahlen Sie nur 7 Prozent Steuern, für alles andere schlägt der reguläre Steuersatz zu Buche. Wir stellen Ihnen auch in dieser Woche wieder drei kuriose Mehrwertsteuersätze vor.

Mehrwertsteuer im Restaurant: To go bestellen und Steuern sparen

Glückliche Gruppe im Restaurant

Wer im Restaurant isst zahlt den voll Mehrwertsteuersatz.

Steuersparfüchse aufgepasst: Wer sein Mittag oder Abendbrot außer Haus verspeist, zahlt weniger. Denn Essen, das zum Mitnehmen bestellt wird, wird mit nur sieben Prozent besteuert. Genießen Sie Ihr Mahl vor Ort, zahlen Sie hingegen 19 Prozent Steuern. Der Grund dafür: Der Service. Denn sobald ein Kellner das Essen serviert, ist eine Serviceleistung inbegriffen, die mit 19 Prozent versteuert wird.

Die Krux: Kunden merken davon in der Regel nichts. Denn die Preise, in denen die Mehrwertsteuer bereits inbegriffen ist, sind bei vielen Anbietern gleich. So zahlen Sie für die Pizza im Restaurant genauso viel, wie für die Pizza to go. Nur der Mehrwertsteuersatz, der vom Restaurant ans Finanzamt abgeführt wird, ändert sich. Letztendlich spart bei der Bestellung zum Mitnehmen also der Restaurantbesitzer und kompensiert so, dass die meisten Kunden außer Haus weniger Getränke ordern.

Hund ist nicht gleich Hund: Assistent oder Haustier?

Zwei Personen mit Blindenhund

Hunde kosten generell 19% Steuern. Ausnahme: Ausgebildete Assistenzhunde.

Für Hundehalter gehört der flauschige Vierbeiner zur Familie. Für das Finanzamt zählt hingegen allein der Zweck des Hundes – zumindest, wenn es um die Mehrwertsteuer geht. Stichwort: Blindenführhund. Wer auf einen tierischen Assistenten angewiesen ist, zahlt nur 7 Prozent Mehrwertsteuer für das Tier. Wird der Hund als Haustier gekauft, werden 19 Prozent auf den Kaufpreis draufgeschlagen.

Tierschützer mögen empört sein, allerdings greift auch hier der Grundsatz: Was für den täglichen Bedarf ist, wird begünstigt. Denn Sehbehinderte können geltend machen, auf ihren Blindenhund angewiesen zu sein. In vielen Fällen übernimmt außerdem die Krankenkasse die Kosten für den Hund.

Rollstuhl oder Treppenlift: Nur eines von beiden ist vergünstigt

Junger Mann schiebt alten Mann im Rollstuhl

Der Rollstuhl kostet Sie nur 7 Prozent.

Der Rollstuhl ist unentbehrlich für Menschen, die nicht oder nur kurze Strecken selbst laufen können. Er verschafft ihnen Bewegungsfreiheit. Kein Wunder also, dass hier nur 7 Prozent Steuern erhoben werden. Anders verhält es sich bei Treppenliften. Denn diese sieht der Staat nicht als Bedarfsmittel. Wer sich einen Treppenlift einbauen lassen möchte, zahlt auf den ohnehin schon hohen Preis zusätzlich die vollen 19 Prozent Steuern.

Mehrwertsteuer-Ungeheuer

Die Mehrwertsteuer ist nicht nur Verbrauchern, sondern auch Unternehmern immer wieder ein Rätsel. Wenn Sie sich nicht ganz sicher sind, wie hoch die Mehrwertsteuer für Ihre Produkte und Dienstleistungen sein muss, finden Sie alle Regelungen in §12 des Umsatzsteuergesetzes und alle Ausnahmen in der Anlage 2.

Sie wollen mehr über kuriose Mehrwertsteuern lesen? Dann finden Sie in unserem Artikel Mehrwertsteuer zum Kopfschütteln: Warum Sojamilch kein Grundnahrungsmittel ist drei weitere interessante Steuersätze.

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