Es war einmal… die Steuer.

Das Erheben von Steuern ist, wie bereits erwähnt, ein seit jeher gängiges Mittel, um Finanznöte zu überbrücken und dem Staat lebenserhaltene finanzielle Mittel zu verschaffen. Dabei sind Sinn und Schöpfergeist keine Grenzen gesetzt. Wir wollen nichts vorenthalten und teilen unsere schönsten Fundstücke gern mit Ihnen.

Prinzessinnen-Steuer

prinzessinnensteuer aussteuer schloss

Grundversorgung einmal anders…

Die Prinzessinnen- Steuer, auch Fräuleinsteuer genannt, lässt sich aus dem mittelalterlichen Lehnsrecht ableiten. Demnach mussten Vasallen Steuern an ihren Lehnsherren zahlen, wenn eine Tochter ins Herrscherhaus einheiratete. Die Summe der eingereichten Steuerbeträge wurden dann in die Versorgung der Prinzessin investiert. Durch diese „Aussteuer“ sollte die Abheirat der Töchter erleichtert werden.

 

Feuerwerk-Steuer

Der 4. Juli, Nationalfeiertag der Vereinigten Staaten, wird in einigen US-Bundesstaaten ausschweifend gefeiert— mit viel Lärm und farbenfroher Pyrotechnik. Und in West Virginia beispielsweise wird dank der Extra-Steuer von sechs Prozent, die auf einen jeden Feuerwerkskörper erhoben wird, diese Party auch gleich einmal zum Kassenschlager für das Staatssäckel. Na dann: Go rocket!

feuerwerk

…und in der Staatskasse klingelt’s hell und fröhlich.

Zucker-Fett-Steuer

In Dänemark wird es vorgemacht und auch hierzulande steht die Zucker-Fett-Steuer immer öfter in Diskussion: Denn jedes Jahr steigt die Zahl der chronisch an Diabetes und Adipositas erkrankten Menschen in Deutschland. Das geht auch mit der Tatsache einher, dass immer mehr Menschen von Armut bedroht sind. Dem aktuellen Armutsbericht  der Bundesregierung nach leben 12,9 Millionen Menschen in armen Verhältnissen, also rund 15,9 Prozent der Bevölkerung.

fast food beispiel

Fettige und süße Garantie für chronische Krankheiten.

Laut der Deutschen Diabetes-Hilfe liegt der Zusammenhang von Armut und chronischen Krankheiten oftmals im ungesunden Kauf- und Essverhalten: Ungesunde Nahrungsmittel sind leicht und preiswert zugänglich, Massenproduktion und Quasi-Monopole machen es schließlich möglich. In der Regel wird auf stark verarbeitete und ohnehin sehr billige Lebensmittel, randvoll mit gesättigten Fettsäuren, raffiniertem Zucker und zu viel Salz, eine niedrigere Steuer erhoben — doch Gesundheit hat ihren Preis. Für ein gesundes Essverhalten müssten die entsprechenden Lebensmittel aber auch für jeden erschwinglich sein.

Daher gibt es beispielsweise von diabetesDE — der deutschen Diabetes-Hilfe — Forderungen eine Umstrukturierung der Mehrwertsteuer für Gesundes und Ungesundes vorzunehmen, das wäre auch ein idealer ökonomischer Anreiz für Hersteller, ihre Produkte gesünder zu gestalten. Die Umstrukturierung des bestehenden Mehrwertsteuersystems hätte für den Verbraucher unterm Strich keine Konsequenzen, mal abgesehen von einer besseren Nahrungsmittel- und Lebensqualität. Ein einfaches Beispiel: Ein Mineralwasser würde mit, anstatt der aktuellen 19 Prozent, mit null Prozent, eine Limonade statt der jetzigen sieben Prozent mit 19 Prozent Mehrwertsteuer aus der Umstrukturierung hervorgehen. Das Preisgewicht zwischen einem gesunden und ungesunden Lebensmittel läge dann bei etwa 20 Prozent zusätzlicher Steuerlast. Und zwar im richtigen Verhältnis.

Adieu ihr Transfette! Bonjour normaler Blutzuckerspiegel!