Das kommende Jahr bringt Änderungen für Arbeitgeber, Arbeitnehmer und Familien mit sich – wir verschaffen Ihnen Überblick, welche neuen Regelungen am 1. Januar 2019 in Kraft treten.

2019 wird ein spannendes Jahr: Das Familienentlastungsgesetz sieht eine Senkung der Steuerlast in Höhe von insgesamt 9,8 Milliarden Euro vor und soll so das verfügbare Einkommen von Familien stärken. Außerdem stehen etliche steuerliche Gesetzesänderungen in den Startlöchern:

Steuererklärung: Zwei Monate mehr Zeit

Zimmer renovieren.

Ab 2019 haben Sie für die Steuererklärung bis Ende Juli Zeit – warum die gewonnene Zeit nicht für eine Renovierung nutzen?

Die im vergangenen Jahr beschlossene Verlängerung der gesetzlichen Abgabefrist für Steuererklärungen greift ab 2019: Steuerpflichtige haben in Zukunft ganze zwei Monate mehr Zeit, um die Steuererklärung beim Finanzamt einzureichen. Die Steuererklärung 2018 wird damit erst zum 31.7.2019 fällig. Verpassen Sie den Stichtag, wird künftig ein Säumniszuschlag in Höhe von 0,25 Prozent der Steuerlast erhoben.

Gut zu wissen: Wenn Sie für Ihre Steuererklärung einen Steuerberater beauftragen, haben Sie noch mehr Zeit für die Abgabe. Stichtag ist dann der 29. Februar 2020.

Jobtickets, Elektrodienstwagen und E-Bikes: Das ist neu

Mann auf dem Weg zur Arbeit mit dem Fahrrad.

Mehr Bewegung im Alltag ist für 2019 auch aus steuerlichen Gesichtspunkten ein guter Neujahrsvorsatz.

Arbeitgeber, die ihren Mitarbeitern ein Jobticket bezahlen, müssen ab kommendem Jahr keine Steuern mehr dafür abführen. Das gilt aber nicht bei Entgeltumwandlung: Nur wenn das Jobticket zusätzlich zum Lohn angeboten wird, gilt die Steuerbefreiung. Das Jobticket wird auf die Pendlerpauschale angerechnet.

Unternehmer und Arbeitnehmer, die auf einen Dienstwagen mit E-Antrieb umsatteln, werden für das umweltfreundliche Fortbewegungsmittel steuerlich belohnt. Für E-Wagen und Plug-in-Hybride, die von 2019 bis einschließlich 2021 gekauft werden, wird der pauschale Sachbezug für private und dienstliche Fahrten um die Hälfte verringert. Bisher musste der steuerliche Vorteil monatlich mit einem Prozent des Listenpreises versteuert werden, ab dem 1. Januar beträgt der steuerliche Satz nur noch 0,5 Prozent des Listenpreises. Wer im kommenden Jahr auf einen elektrisch betriebenen Drahtesel umsteigt, darf sich über einen gänzlich steuerfreien Sachbezug freuen. Wenn das mal nicht ein Ansporn ist, das Auto gegen ein E-Bike einzutauschen.

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Grundfreibetrag steigt

Mit dem Jahreswechsel steigt der jährliche Grundfreibetrag um 168 Euro auf insgesamt 9168 Euro pro Kopf – bis zu diesem Betrag bleibt das Einkommen steuerfrei. Für Ehepaare und Lebenspartner mit einer gemeinsamen Veranlagung bedeutet das entsprechend einen jährlichen Grundfreibetrag von 18336 Euro. Um die Auswirkungen der kalten Progression abzufangen, wird mit der Erhöhung der Bemessungsgrenze für das Existenzminimum ebenfalls der Einkommensteuertarif angepasst. Die Bundesregierung geht im kommenden Jahr von einer Inflationsrate von 1,84 Prozent aus – die Eckwerte des Einkommensteuertarifs werden um diesen Prozentsatz nach rechts verschoben.

Mehr Kindergeld und höherer Kinderfreibetrag

Mutter und Kind spielen.

Das Familienentlastungspaket soll Eltern finanziell entlasten.

Im Rahmen des „Gesetzes zur Stärkung und steuerlichen Entlastung der Familien sowie zur Anpassung weiterer steuerlicher Regelungen“ wird das Kindergeld erhöht – ab Juli 2019 gibt es pro Monat und Kind 10 Euro mehr. Neben dem Grundfreibetrag steigt entsprechend auch der Kinderfreibetrag: 2019 wird der Kinderfreibetrag um 192 Euro pro Kind auf insgesamt 4.980 EUR Euro erhöht – inklusive Betreuungsfreibetrag steigt der Freibetrag so auf 7620 Euro. Der Kinderfreibetrag wird grundsätzlich auf beide Elternteile aufgeteilt; bei getrennt lebenden Eltern kann derjenige Elternteil, bei dem das Kind dauerhaft lebt, die vollständige Übertragung des Betreuungsfreibetrags beantragen. Bei der Höhe des Betreuungsfreibetrages bleibt alles beim Alten: 2640 Euro gibt es pro Kind. Beim Entlastungsbetrag für Alleinerziehende gibt es im kommenden Jahr auch keine Erhöhungen. Für den Ausgleich erziehungsbedingter Mehrbelastung profitieren Alleinerziehende von einem Steuerentlastungsbetrag in Höhe von 1908 Euro.

Ausführliche Informationen zum Familienentlastungspaket bekommen Sie im Artikel „Mehr Geld für die Familie ab 2019: Familienentlastungsgesetz.

Unterhalt steigt: Neuauflage der Düsseldorfer Tabelle

Die Düsseldorfer Tabelle dient seit 1962 als Richtlinie zur Berechnung von Unterhaltszahlungen. Obgleich die Tabelle selbst keine Gesetzeskraft hat, wird sie von den Gerichten zur Unterhaltsberechnung herangezogen. Die letzte Anpassung durch das Oberlandesgericht Düsseldorf sieht ab 1.1.2019 eine Erhöhung des Kindesunterhalts vor: Der Mindestunterhalt für Kinder bis zum 5. Lebensjahr steigt demnach um 6 Euro auf insgesamt 354 Euro monatlich, für Kinder in der Altersklasse von 6 bis 11 Jahren steigt der Mindestbetrag um 7 Euro auf 406 Euro. Kinder im Alter von 12 bis 17 Jahren bekommen künftig 9 Euro mehr: Mindestens 476 Euro. Kinder ab dem 18. Lebensjahr bekommen weiterhin 527 Euro Mindestunterhalt.

Krankenversicherung: Entlastung für Arbeitnehmer und Selbständige

Die Zusatzbeiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung zahlten Arbeitnehmer bislang aus eigener Tasche – ab 1.1.2019 werden die Krankenversicherungsbeiträge auf Arbeitgeber und Arbeitnehmer aufgeteilt. Zusätzlich sinkt der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung um 2,6 Prozent – im Portemonnaie der Arbeitnehmer wird das allerdings nicht zu spüren sein, da gleichzeitig die Beiträge zur Pflegeversicherung um voraussichtlich 0,3 Prozent steigen. Finanzielle Entlastung gibt es allerdings für Kleinselbständige: Der Mindestbeitrag für die Krankenversicherung wird auf 171 Euro monatlich halbiert.

2019 beschert Arbeitnehmern höheren Mindestlohn und Brückenteilzeit

9,19 Euro pro Stunde beträgt der gesetzliche Mindestlohn künftig und steigt damit von 8,84 Euro um 0,35 Euro – und das gilt für alle Branchen. Volljährige Arbeitnehmer müssen dann ab 1. Januar mindestens eine Vergütung in Höhe von 9,19 Euro pro Stunde erhalten – ausgenommen von der Regelung sind Auszubildende, Selbständige oder Heimarbeiter.

Unternehmen mit mehr als 45 Mitarbeitern sind darüber hinaus in Zukunft verpflichtet, Arbeitnehmer in Vollzeitstellen zurückkehren zu lassen. Arbeitnehmer, die ab dem 1.1.2019 einen Teilzeit-Arbeitsvertrag abschließen, haben dann das Recht, zu einem späteren Zeitpunkt wieder eine Vollzeitstelle einzufordern.

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