Steuerverschwendungen: „Klotzen, nicht kleckern“

Ein Leitspruch, der bei den folgenden Projektinvestitionen offensichtlich großgeschrieben wurde. Unsere Empfehlung angesichts dieses Skurrilitätenkabinetts öffentlicher Verschwendung ist: Nicht ärgern, nur wundern!

Fledermaus-Unterführung

FledermausIn Deutschland gibt es einige ungenutzte Unterführungen. Und damit sich das ändert, wurde nun in Süddeutschland eine dieser alten brachliegenden Unterführungen umgebaut. Von der profitieren vor allem Wildtiere, in erster Linie Fledermäuse, die nun problemlos von einem Ort zum anderen pendeln. Wenn diese Wegerleichterung freudestrahlend-flatternd angenommen wird, dann haben sich auch die drei Millionen Euro, die in dieses Projekt flossen, zweifellos gelohnt.

„So-da-Brücken“

BrückeIrgendwo im Nirgendwo steht eine Brücke einfach so. Nicht selten gibt es diese architektonischen Wunderwerke, die irgendwo im Nichts anfangen und dort auch enden. Oftmals stehen sie an Autobahnen und werden, wenn überhaupt, für landwirtschaftliche Zwecke genutzt. Wenn auch das vorbei ist, dann wird ein Geld in die Hand genommen — so wie in einem kleinen Ort im Süden Deutschlands, in dem eine ältere Brücke nun für Waldtiere umgebaut wird. So können diese nun auch auf modernen Wegen die Autobahn überqueren. Es bleibt fraglich, was die Tiere davon halten oder ob sie sich nicht auch mit der älteren Version der Brücke zufrieden gegeben hätten.

Ländliches Luxusdomizil für Stadttauben

Tauben auf dem DachJa, Tauben können durchaus als Plage betrachtet werden. Sie finden in der Stadt viel Nahrung, nisten sich an allen geeigneten und ungeeigneten Orten ein, vermehren sich und verschmutzen mit ihren Hinterlassenschaften das Stadtbild. Nicht selten werden in ländlichen Gebieten sogenannte All-Inclusive- Taubenhäuser gebaut, um die Anzahl der Tauben innerhalb nahegelegener Städte zu reduzieren. Geboten werden Nistplätze, Wasser, Futter – alles, was ein Taubenherz begehrt. Doch manchmal erweist es sich als schwierig, einen geeigneten Standort zu finden, weshalb in einem Fall aus Hessen der Rand der Innenstadt gewählt wurde. Dort wurde ein 55.000 Euro schweres Taubenhaus mit 196 Nistplätzen errichtet, Typ Luxusappartement mit Innenbeleuchtung und Reinigungsgeräten und eigenem Personal. Doch bewohnt wird es lediglich von 12 Brutpaaren. Denn grüne Oasen sind nichts für Stadttauben. Doch die Hoffnung stirbt zuletzt, dass sich das viele Geld doch auszahlt und die Tiere ihren natürlich urbanen Lebensraum aufgeben und umziehen. Vielleicht ja wenigstens in den Sommermonaten. Oder am Wochenende. Mit den Kindern, Verzeihung, Küken.