Die Abschlagszahlung ist dem Verbraucher vor allem durch die Nebenkosten ein Begriff – für Strom, Wasser und Gas wird monatlich eine Summe bezahlt, die auch Abschlag genannt wird. Am Ende des Abrechnungszeitraumes wird der Gesamtpreis erhoben, von dem die bereits geleisteten Abschläge dann abgezogen werden.

Per Definition wird eine Abschlagszahlung dann fällig, wenn ein Auftragnehmer einen Teil seiner Arbeit verrichtet oder einen Teil einer Ware geliefert hat. Dann muss der Auftraggeber auch nur einen Teil der Kosten zahlen. Der Auftragnehmer kann ein Verkäufer oder ein Dienstleister sein, der der Abschlagszahlung zustimmen muss. Diese Art der Zahlung wird auch als Akontozahlung bezeichnet. Sobald die gesamte Leistung erbracht wurde oder eine Ware komplett übergeben wurde, muss diese auch komplett bezahlt sein. Handwerker, Bauunternehmen und Maschinenbauunternehmen und sowie Energielieferanten verlangen zumeist einen Abschlag.

Fortschritt der Zahlung mit der Anzahlungsquote ermitteln

Wer sich als Verkäufer oder Dienstleister auf eine Abschlagszahlung einlässt, legt entsprechende Abschlagszahlungen fest. Er muss Am Ende berechnen können, inwieweit die Abschlagszahlungen die Kosten für die erbrachte Leistung decken. Um das zu ermitteln, wird die Abzahlungsquote berechnet. Sie zeigt an, ob die bisher erbrachten Akontozahlungen die Kosten für die Leistung decken. Werden die Kosten gedeckt, muss der Auftragnehmer keine weiteren Zahlungen leisten. Liegt keine Deckung vor, muss der Auftragnehmer nachzahlen. Wurde durch die Abschläge der Wert der Leistungen überschritten, bekommt der Kunde Geld zurück.

Dabei gilt diese Formel:

Anzahlungsquote = Erhaltene Anzahlungen / teilfertige Arbeiten x 100 %

Vorteile der Abschlagszahlung

Gerade für Gründer, die viele Anschaffungen auf der Agenda haben, ist die Abschlagszahlung eine gute Möglichkeit, um Produktionsmaschinen oder andere große Teile des Inventars zu finanzieren. Denn sie zahlen in diesem Fall nicht den vollen Preis für etwas, das sie erst in einigen Monaten verwenden können, sondern begleichen den Preis in kleineren Abschlägen. So müssen sie nicht auf einen Schlag viel Geld investieren.

Nachteile der Abschlagszahlung

Güter, die per Abschlagszahlung erworben werden, sind meist nicht sofort verfügbar, sondern erst nach einer gewissen Zeit. Das kann beim Bau von Maschinen, Anlagen oder bei Bauaufträgen der Fall sein. Zudem ist es gerade bei Bauunternehmen keine Seltenheit, dass der insgesamt geleistete Abschlag am Ende nicht ausreicht und der Auftragnehmer noch nachzahlen muss.

Tipp: Bei großen Projekten, wie zum Beispiel dem Bau oder Umbau eines Gebäudes, sollten Sie mit Komplikationen rechnen und neben den Abschlagszahlungen Rücklagen bilden, die zur Not für die Nachzahlung verwendet werden können.

Der Abschlag in der Bilanz

Unternehmen, die eine Abschlagszahlung tätigen, gliedern diese ganz normal in die Ausgaben ein.

Wer eine Abschlagszahlung erhält, kann diese nach §266 Abs. 3 C im Handelsgesetzbuch, HGB, verbuchen. Liegt eine erbrachte Teilleistung vor, die auf der Rechnung auch als solche gekennzeichnet ist, wird die Abschlagszahlung als „Vorräte an unfertigen Bauleistungen“ in der Bilanz verbucht. Es handelt sich um eine Forderung, die so ausgewiesen werden muss. Die Abschlagszahlung muss gewinnerhöhend bilanziert werden.