Das Wichtigste

Aktien sind Wertpapiere, die den Anteil an einer Aktiengesellschaft oder den Anteil an einer Kommanditgesellschaft auf Aktien bestätigt. Diese Gesellschaften verkaufen ihre Aktien an der Börse an die sogenannten Aktionäre, die damit Anteilseigner der Gesellschaft werden. Sie werden als Gesellschafter bezeichnet. Aktionäre kaufen die Aktie zu einem aktuellen Kurswert ein, der Schwankungen unterliegt. Sobald ein Aktionär Aktien erworben hat, bekommt er ein Wertpapier, das seine künftigen Rechte und Pflichten beschreibt.

Aktien kaufen – Das müssen Sie wissen

Wenn Sie eine Aktie oder mehrere auf dem Aktienmarkt kaufen möchten, dann sollten Sie sich die Aktienkurse anschauen. Darin können Sie sehen, wie sich verschiedene Aktien entwickeln. Eine Übersicht über den gesamten Markt eines Lands bekommen Sie über den Leitindex. Einer dieser Indizes ist der DAX, der Deutsche Aktienindex. Wenn Sie sich eher für Aktien mittelständischer Unternehmen, kleiner Unternehmen oder deutsche Tech-Firmen interessieren, sollten Sie den MDAX, den SDAX und den TecDAX zu Rate ziehen. In den USA gelten hingegen die Aktienkurse Dow Jones oder auch der NASDAQ.

Der Kurs: So berechnet sich der Preis der Aktie

Der Kurs, und damit der Preis einer Aktie, wird von Brokern festgelegt. Sie schauen welche Aufträge Ihnen vorliegen und berechnen den entsprechenden Kurs. Dieser wird als gehandelter Kurs bezeichnet. Der Kurs einer Aktie bewegt sich stets zwischen dem Geldkurs und dem Briefkurs. Der Geldkurs ist der maximale Preis, den Käufer zahlen würden. Der Briefkurs ist der minimale Preis zu dem Verkäufer bereit sind zu verkaufen.

Liegt der berechnete Verkaufskurs höher als der Kaufkurs verzeichnet der Verkäufer einen Kursgewinn, für den Käufer ist der Kurs ein Flop. Ist der Verkaufskurs niedriger als der Kaufkurs verzeichnet der Verkäufer einen Kursverlust.

Die aktuellen Aktienkurse der größten deutschen Unternehmen können Sie jederzeit online beim DAX nachschauen.

Nutzen für die Aktionäre

Bevor Sie ins Aktiengeschäft einsteigen, sollten Sie sich überlegen, welche Vorteile der Kauf von Aktien für Sie haben könnte und welche Pflichten gelten.

Die Vorteile liegen klar auf der Hand: Als Gesellschafter einer AG haben Sie verschiedene Rechte, die bereits im Aktiengesetz festgeschrieben sind. Dazu gehört zum Beispiel die Teilnahme an der Hauptversammlung. Die jährlich stattfindende Versammlung ist für Aktionäre eine der wichtigsten Veranstaltungen, da sie hier über Vorgänge im Unternehmen informiert werden und der Aufsichtsrat gewählt wird. Außerdem können sie hier entscheiden, wie die Bilanzgewinne ausgeschüttet werden. Eine AG muss die Gewinne nicht ausschütten, kann dies aber tun. Ist das der Fall erhalten die Aktionäre entsprechend ihrer Anteile eine sogenannte Dividende. Hier jeder Aktionär ein Stimmrecht und kann entscheiden, wie der Gewinn ausgeschüttet werden soll. Er kann aber auch über den künftigen Kurs des Unternehmens mitentscheiden. Das Auskunftsrecht soll sicherstellen, dass der Aktionär über die Vorgänge in der AG unterrichtet ist und sein Stimmrecht auf Fakten basierend nutzen kann. Das Bezugsrecht hingegen ermöglicht es dem Aktionär bei einer Kapitalerhöhung der AG weitere Aktien zu kaufen.

Nutzen für die AG

Behalten Sie immer im Hinterkopf: Der Verkauf der eigenen Aktien dient Aktiengesellschaft dazu, Eigenkapital aufzubauen. Sie bekommen also nichts geschenkt. Der Kauf von Aktien ist daher auch mit einigen Pflichten verbunden. Der Kauf der Aktie ist bereits der wichtigste Punkt. Denn der Kauf stellt für die Aktiengesellschaft eine Einlage dar, die das Grundkapital vermehrt. Finanziell gibt es keine weiteren Pflichten. Eine weitere Pflicht, die für alle Aktionäre gilt, ist die Treuepflicht. Diese soll sicherstellen, dass ein Aktionär nicht gegen andere Aktionäre handelt. Sie müssen stets im Sinne der AG handeln. Sonstige Pflichten sind meist in der Satzung der AG enthalten, die Sie am besten vor dem Aktienkauf lesen sollten.

Aktiengesellschaft gründen

Die Aktiengesellschaft, kurz AG kann schon von einer Person gegründet werden. Wer eine Aktiengesellschaft gründen will, muss in Deutschland 50.000 Euro Startkapital aufbringen. Die Gründung ist mit einem hohen formellen Aufwand verbunden. Schon bei der Gründung muss entschieden werden, in wie viele Aktien das Grundkapital aufgeteilt wird. Die Aktien können als Sammelurkunden oder einzeln vorliegen.

Wo Aktien kaufen?

Wenn Sie ins Aktiengeschäft einsteigen möchten, dann können Sie an der Börse eine Aktie oder mehrere kaufen. Allerdings ist es nicht möglich einfach an einen Verkäufer heranzutreten und dessen Aktien zu kaufen. Sie müssen den Weg über einen Mittelsmann, einen sogenannten Broker, oder aber eine Bank gehen. Dort können Sie sich beraten lassen, welche Aktien Sie kaufen können und den Kauf dieser direkt in Auftrag geben. Dazu müssen Sie lediglich einen Broker kontaktieren und diesen mit dem Kauf beauftragen. Auch wenn Sie Aktien verkaufen möchten, müssen Sie den Weg über den Mittelsmann gehen. Besitzt der Broker die von Ihnen geforderten Aktien, verkauft er sie direkt an Sie weiter. Ist das nicht der Fall, kauft er die Aktien an der Börse ein und muss dafür eine Börsenprovision, die Sie zusätzlich zum Aktienpreis bezahlen müssen.

Nicht kaufen, sondern anleihen

Sie müssen Aktien nicht kaufen, sondern können sie auch in einer Anleihe erwerben. Wenn Sie sich für eine Aktienanleihe entscheiden, zahlen Sie als Anleger einmalig einen festgesetzten Preis, der ein Kredit für denjenigen ist, der die Anleihe verkauft hat. Über eine vereinbarte Laufzeit bekommen Sie dann das gezahlte Geld zurück, inklusive attraktiver Zinsen. Am Ende der Laufzeit haben Sie entweder 100 Prozent des eingezahlten Geldes plus Zinsen oder bekommen einen Teil der Aktie. Der Vorteil bei Aktienanleihen: Die Zinsen fallen oft deutlich höher aus als bei anderen Anleihen und durch die kurze Laufzeit – einige Monate bis zwei Jahre – ist der Effekt schnell spürbar.

Gewinne aus Aktien versteuern

Wenn Sie Aktien kaufen, dann müssen Sie dies nicht versteuern. Lediglich die Gewinne, die es in Form von Dividenden, Zinsen oder realisierte Kursgewinne müssen in Deutschland versteuert werden. Auf sie wird die Abgeltungssteuer gezahlt, die bei 25 Prozent liegt. Zusätzlich müssen der Solidaritätszuschlag und die Kirchensteuer abgeführt werden. Auch für Gewinne durch Aktienverkäufe müssen diese Steuern gezahlt werden. Das gilt allerdings nur für Wertpapiere, die ab 2009 erworben wurden. Wer Geduld hatte und seine Aktien vor 2009 gekauft und behalten hat, der kann sie sie jetzt steuerfrei verkaufen.

Wer in einen Fonds mit Aktien investiert, für den gelten diese Regelungen leider nicht. Werden die Fondsanteile verkauft, fällt die Abgeltungssteuer auch auf ältere Wertpapiere an.