Die Aktiengesellschaft – Definition

Bei der Aktiengesellschaft, kurz AG, handelt es sich um eine Kapitalgesellschaft. Die Gesellschaft ist eine juristische Person und besteht aus dem Aufsichtsrat, dem Vorstand und der Hauptversammlung. Die Anteile dieser Kapitalgesellschaft bestehen in Aktien, die den Gesellschaftern und Aktionären gehören. Die Aktionäre sind per Definition auch Eigentümer der AG und haben in gewissen Punkten ein Mitbestimmungsrecht. Wie hoch das Recht auf Mitbestimmung ist, richtet sich danach wie hoch ihr Anteil am Grundkapital ist. Wer die meisten Aktien gekauft hat, hat unter den Aktionären somit das höchste Grundbestimmungsrecht.

Gründung der Aktiengesellschaft

Für die Gründung einer Aktiengesellschaft reicht bereits eine Person aus. Sie muss in Deutschland allerdings ein Startkapital von 50.000 Euro aufbringen, weshalb diese Rechtsform nur für größere Unternehmungen empfohlen wird. Diese 50.000 Euro werden in Aktien übertragen und dann verkauft. Die Aktien können in Nennbetragsaktien oder in Stückaktien aufgeteilt werden.

Stückaktien: Sie sind ein festgelegter Teil des Grundkapitals in Prozent. Wurden 100 ausgegeben, dann entspricht eine Aktie einem Prozent des Unternehmenswerts.

Nennbetragsaktien: Sie haben einen festen Geldwert, der mindestens einen Euro betragen muss.

In der AG-Satzung können Sie lesen, ob die Aktien als Papier ausgegeben werden oder nicht. Das kann jede AG selbst entscheiden.

Alles weitere, was bei der Gründung einer AG ausgeführt oder beachtet werden muss, regelt das Aktiengesetz, kurz AktG. Aus bürokratischer Sicht ist die Gründung sehr aufwändig. Im ersten Schritt muss eine Satzung erstellt werden, die ein Notar beglaubigen muss. Im Anschluss daran übernehmen die Gründer der AG die Aktien, in die das Grundkapital aufgeteilt wurde. Dann werden ein Abschlussprüfer und der Aufsichtsrat bestellt, der den Vorstand bestellt. Nun wird ein Gründungsbericht angefertigt und eine Gründungsprüfung durchgeführt. Die Einlagen werden über eine Bareinzahlung hinterlegt. Alternativ können Sacheinlagen an die AG übertragen werden. Der letzte Schritt ist die Eintragung ins Handelsregister. Damit wird die Gründung der AG abgeschlossen.

Weitere Informationen zum AktG finden Sie hier.

Organe einer Aktiengesellschaft

Die Hauptversammlung

Bei der Hauptversammlung ist ein Treffen an dem jeder Gesellschafter und jeder Aktionär einer AG teilnimmt. Auch der Vorstand und der Aufsichtsrat sollen möglichst an der Hauptversammlung teilnehmen, sind allerdings nicht dazu verpflichtet. In der Hauptversammlung werden die Aktionäre über die aktuellen Vorgänge in der Firma informiert. Dabei finden verschiedene Abstimmungen statt, zum Beispiel über die Ausschüttung des Bilanzgewinns oder die Wahl der Mitglieder des Aufsichtsrats. Die Hauptversammlung findet einmal jährlich als ordentliche Hauptversammlung statt und kann auch als außerordentliche Hauptversammlung einberufen werden. Dafür muss ein besonderer Anlass vorliegen. Das kann beispielsweise ein unerwartetes Ereignis, eine Fusion, Kapitalmaßnahmen oder die Abberufung von Aufsichtsräten.

Der Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat bestellt, überwacht und kontrolliert den Vorstand der AG. Die Berufung eines Aufsichtsrats ist in Deutschland nach § 30 Absatz 1 Aktiengesetz, kurz AktG, vorgeschrieben. Neben der Kontrolle des Vorstandes kann der Aufsichtsrat diesen auch zur Führung der AG beraten. Der Aufsichtsrat ist dazu verpflichtet, den Jahresabschluss des Unternehmens zu lesen, zu prüfen und Berichte dazu zu erstellen. Ein Aufsichtsrat muss aus mindestens drei und maximal 21 Mitgliedern bestehen. Die Größe des Aufsichtsrats ist abhängig von der Größe des Unternehmens. Der Rat besteht immer aus Vertretern der Anteilseigner. In Deutschland ist vorgeschrieben, dass auch Beauftragte der Arbeitnehmer im Aufsichtsrat sitzen.

Der Vorstand

Der Vorstand leitet die Geschäfte der AG und vertritt sie. Er kann aus einer oder mehreren Personen bestehen und wird vom Aufsichtsrat bestellt. Wie viele Personen im Vorstand sind, richtet sich unter anderem danach, wie hoch das Grundkapital der AG ist. Liegt das Grundkapital bei mehr als 3 Millionen Euro, müssen mindestens zwei Personen in den Vorstand bestellt werden. Der Vorstand übernimmt die Buchführung, den Jahresabschluss und die Einberufung der Hauptversammlungen. Außerdem muss der Vorstand den Aufsichtsrat regelmäßig über die beabsichtigte Geschäftspolitik und die aktuelle Unternehmensplanung unterrichten. Dabei muss auch darauf eingegangen werden, welche früher definierten Ziele erreicht oder nicht erreicht wurden. Letzteres muss begründet werden. Des Weiteren muss der Vorstand auch über die Rentabilität der Gesellschaft, im Besonderen des Eigenkapitals, informieren. Umsatz und Lage der Gesellschaft mit genauso aufgeführt werden, wie Geschäfte, die für die Gesellschaft von hoher Bedeutung sein könnten.

Handel mit Aktien

Börsennotierte Aktiengesellschaften, wie zum Beispiel die DAX-Unternehmen, handeln auf dem Aktienmarkt mit ihren Aktien. Wer eine AG gründet, muss allerdings nicht zwangsläufig an der Börse zu Aktienkursen handeln. Es besteht aber auch die Option, die Aktien nur an wenige Aktionäre auszugeben. In diesem Fall macht es Sinn, das Grundkapital nicht in Inhaberaktien, sondern in Namensaktien umzuwandeln. Was ist der Unterschied? Inhaberaktien gehören dem, der sie hat. Namensaktien hingegen können nur an Aktionäre ausgegeben werden, die im Aktienregister eingetragen sind. So kann die Aktie einerseits nicht mehr frei gehandelt werden, sorgen Namensaktien für eine hohe Transparenz und vereinfachen die Kommunikation zwischen Gesellschaft und Aktionären. Auch Unternehmen, die internationale Märkte erschließen möchten setzen auf Namensaktien.

Aktiengesellschaften sind zu Transparenz verpflichtet

Das AktG sieht die Publizitätspflicht für AGs vor. Sie müssen Den Jahresabschluss mit Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung und Anhang veröffentlichen. Der Lagebericht muss nicht publiziert werden. Die Vergütungen der Aufsichtsräte müssen nicht veröffentlicht werden, die meisten börsennotierten AGs tun es aber trotzdem. Das liegt am Deutschen Corporate Governance Kodex, kurz DCGK, einem Regelwerk für gute Führung börsennotierter Unternehmen.