Das Bundeszentralamt für Steuern, kurz BZSt, ist für zentrale steuerliche Aufgaben auf nationaler und internationaler Ebene zuständig. Die BZSt wurde 2006 gegründet und ging als eine von drei Behörden aus dem Bundesamt für Finanzen hervor. Das Amt hat vier Sitze, den Hauptsitz in Bonn und vier weitere Stellen in Berlin, Schwedt und Saarlouis.

Was macht das Bundeszentralamt für Steuern?

Der Aufgabenbereich des BZSt umfasst zum Beispiel die Betriebsprüfung. Dabei wirkt die Behörde bei der Prüfung von Konzernen und Großunternehmen mit. Eine weitere wichtige Aufgabe ist die Umsatzsteuerbetrugsbekämpfung. Dazu sind die Mitarbeiter des Bundeszentralamtes nach §27b des Umsatzsteuergesetzes dazu berechtigt, die Gebäude und Geschäftsräume umsatzsteuerpflichtiger Unternehmen zu betreten und Sachverhalte zu prüfen, die die Besteuerung dieses Konzerns beeinflussen. Unternehmer müssen den Prüfern gegebenenfalls Aufzeichnungen, Bücher, Geschäftspapiere und andere für die Umsatzbesteuerung wichtige Unterlagen zur Verfügung stellen.

Weitere Aufgaben sind die Durchführung von Verständigungs- und Schiedsverfahren in internationalen Beziehungen, die Zertifizierung von Altersvorsorge- und Basisrentenverträgen, die Verwaltung der Versicherungs- und Feuerschutzsteuer sowie die Vergabe der Steueridentifikationsnummer und der Wirtschafts-Identifikationsnummer.

Zusätzlich hat das Bundeszentralamt die Fachaufsicht über die Durchführung des Familienleistungsausgleichs. In diesem Kontext erstellt das Amt zum Beispiel die Statistik zum Thema Kindergeld. Außerdem beaufsichtigt das Amt das Rentenbezugsmitteilungsverfahren und die Gewährung der Altersvorsorgezulage. Welchen Service und welche Aufgaben die Behörde noch übernimmt, erfahren Sie genau online auf der Seite des BZSt.

Welche Daten speichert das Bundeszentralamt für Steuern?

Das Bundeszentralamt für Steuern speichert alle Informationen über Personen und Unternehmen, die für die steuerliche Erfassung notwendig sind. Auch die Informationen der verschiedenen Finanzbehörden in Deutschland werden gespeichert. Welche Daten die Behörde speichern darf, ist in §139b Abs. 3 der Abgabenordnung geregelt.

Diese Informationen werden gespeichert:

  • Steueridentifikationsnummer
  • Vor- und Nachname
  • Frühere Namen
  • Doktorgrad
  • Geburtsdatum
  • Geschlecht
  • aktuelle und letzte bekannte Anschrift
  • Tag des Ein- und Auszugs
  • Zuständige Finanzbehörden
  • Auskunftssperren nach Bundesmeldegesetz
  • Sterbetag

Das Bundesamt speichert darüber hinaus noch weitere Daten, wenn nötig. Welche Daten das sind regelt §39e Abs. 2 des Einkommensteuergesetz. Wenn Sie Sich mit dem Thema Datenschutz befassen und sich fragen, welche persönlichen Daten über Sie gespeichert sind, können Sie per E-Mail oder telefonisch Kontakt zum Bundeszentralamt für Steuern aufnehmen.

Die Geschichte des Bundeszentralamt für Steuern

Das Bundeszentralamt für Steuern ging 2006 aus dem Bundesamt für Finanzen hervor. Das Bundesamt für Finanzen wurde 1971 gegründet und vereinte verschiedene Aufgaben. 2006 wurde es in drei Stellen überführt – in das Zentrum für Informationsverarbeitung und Informationstechnik (ZIVIT), das Bundesamt für zentrale Dienste und offene Vermögensfragen (BADV) und das Bundeszentralamt für Steuern. Dieses wurde zuerst von Gabriele Hahn geleitet. Seit 2011 ist Eberhard Petersen Präsident des Amts.

Wie ist das Amt aufgebaut?

Das Amt besteht aus sechs verschiedenen Fachabteilungen, die verschiedene Themen bearbeiten. Die Abteilung Querschnitt kümmert sich um die interne Organisation, das Personal und den Haushalt der Behörde. In der Abteilung Steuern I werden alle Anliegen zur Umsatzsteuer bearbeitet, während im Ressort Steuern II zum Beispiel die Vergabe der Steuer ID geregelt ist. Steuern III befasst sich mit dem Doppelbesteuerungsabkommen und verständigt sich mit Behörden in anderen EU-Staaten. Die Bundesbetriebsprüfung I übernimmt die Prüfung von Unternehmen in der Produktionsbranche. Firmen aus de Service und der Dienstleistungsbranche werden von der Bundesbetriebsprüfung II untersucht.

Das BZSt bietet auch eine Ausbildung und das duale Studium an. Der praktische Teil der Ausbildung wird dabei in einem Finanzamt der Landesfinanzverwaltung absolviert. Nach der Ausbildung können Tätigkeiten in allen Abteilungen des Amtes angestrebt werden.

Vorsicht Phishing

Die Behörde warnt immer wieder vor falschen Mails, die in Ihrem Namen verschickt werden. Betrüger geben sich als BZSt oder als ein damit verbundener Dienst aus und versprechen dem Steuerpflichtigen eine Steuerrückerstattung. Hier müssen Sie in der Tat vorsichtig sein: Das Amt verschickt bei Steuerrückerstattungen keine Mails. Zudem ist es dafür nicht zuständig. Stattdessen bekämen Sie per Post eine Benachrichtigung des für Sie zuständigen Finanzamts.