Der DAX – Definition

Der DAX ist der Deutsche Aktienindex, der die Wertentwicklung der dreißig größten und liquidesten Unternehmen des deutschen Aktienmarktes misst. Der DAX wird auch als Leitindex bezeichnet, weil er der wichtigste Aktienindex des Landes ist. Zu den DAX-Unternehmen gehören aktuell zum Beispiel Firmen wie Adidas, die Deutsche Bank, die Deutsche Telekom und Fresenius. Die Aktien dieser Unternehmen werden häufig auch Blue Chips genannt. Jede Aktiengesellschaft, die im DAX ist, wird auch im Prime Standard, einem Börsensegment der Frankfurter Börse, und in der Frankfurter Wertpapierbörse gelistet. Der Index wird täglich von 9.00 bis 17.30 Uhr berechnet. Was hierzulande der DAX ist, ist in amerikanischen Raum der Dow Jones und in Japan der Index Nikkei.

DAX ist eine Wort- und Bildmarke der Deutschen Börsen AG. Diese hat übrigens eigene Aktien im Deutschen Aktienindex.

Xetra – Grundlage für den Index

Die Basisdaten für den Index stammen aus dem elektronischen Handelssystem Xetra. Xetra ist ein Handelsplatz der Frankfurter Wertpapierbörse und der bedeutendste deutsche Börsenhandelsplatz Deutschlands. Der Marktanteil liegt bei über 90 Prozent. Wer mit dem System handelt, kann dies börsentäglich von 9.00 bis 17.30 Uhr tun. Die Auswirkungen des Handels mit Xetra spiegeln sich also direkt im Deutschen Aktienindex wieder. Der Zentralrechner von Xetra steht in Frankfurt am Main und verbindet über 200 Handelsteilnehmer aus 16 europäischen Ländern, Hongkong und den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Was bedeutet der DAX?

Der DAX zeigt, wie sich der deutsche Aktienmarkt entwickelt. Er wird auch als Börsenbarometer bezeichnet, da er insgesamt zeigt, wie sich die deutsche Börse entwickelt. Das ist zu sehen am aktuellen Punktwert des Leitindex. Steigt der Wert kontinuierlich an, geht es der Börse gut, sinkt der Wert, geht es der Börse schlecht. Dabei werden verschiedene Indikatoren für die Berechnung der Punktwerte für die einzelnen Aktien einbezogen. Der Unterschied zu anderen Indizes: Der DAX ist ein sogenannter Performanceindex. Das bedeutet, dass auch Dividenden bei der Berechnung der einzelnen Punktwerte der Aktien berücksichtigt werden. Mit einer komplizierten Formel wird aus den Werten der einzelnen Aktien ein Index errechnet. Verändert sich der Wert von nur einem der DAX-Unternehmen, verändert sich auch der Wert des Index. Dabei werden die Unternehmen unterschiedlich gewichtet, wodurch sich nicht jede Veränderung gleich auswirkt. Wichtigere Unternehmen haben eine höhere Auswirkung als weniger wichtige.

Entwicklung des Index

Der DAX wurde erstmals im Juli 1988 berechnet und geht auf die Idee des Ökonom Ernst Louis Étienne Laspeyres zurück, der schon 1871 eine Formel entwickelte, mit der ein Index dieser Art berechnet werden kann. Bei der ersten Berechnung hatte der DAX einen Wert von 1288,55 Punkten. Der Punktwert ist insgesamt gestiegen und beträgt mittlerweile fast 11.000 Punkte. Der höchste Stand wurde Ende 2017 erreicht. Damals wurden 12.917,64 Punkte berechnet. Im Jahr 2019 liegt der DAX zu Beginn bei 10477,77 Punkten. Vorgänger war die Börsenzeitung, die die Vorgänge an der Börse von 1959 bis 1988 verzeichnete. Die aktuellen Kurse und News zur Börse können im Internet auf verschiedenen Finanzportalen oder auf der Webseite der Börse Frankfurt abgerufen werden.

Diese Unternehmen bestimmen den Index

Die 30 deutschen DAX-Unternehmen sind nicht dauerhaft festgeschrieben. Es kommt jährlich vor, dass Unternehmen aus der Liste verschwinden und neue hinzukommen. Aktuell sind folgende Unternehmen dabei (Stand Januar 2019):

Adidas, Allianz, BASF, Bayer, Beiersdorf, BMW, Continental, Covestro, Daimler, Deutsche Bank, Deutsche Börse, Deutsche Post, Deutsche Telekom, EON, Fresenius, Fresenius Medical Care, HeidelbergCement, Henke vz, Infineon, Linde, Lufthansa, Merck, Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft, RWE, SAP, Siemens, thyssenkrupp, Volkswagen (VW) vz, Vonovia und Wirecard.

Diese Indizes sind interessant

Wenn Sie selbst mit Aktien handeln oder diese als Wertanlage kaufen, sollten Sie genau wissen, welche Indizes für Sie interessant sind. Der Leitindex gilt lediglich für die Deutsche Boerse, während der Dow Jones einen Richtwert bietet, wenn Sie amerikanische Aktien besitzen. Für Besitzer von Aktien japanischer Unternehmen hingegen ist der Nikkei von Bedeutung.

De Einfluss des Euro

In den Medien ist immer wieder zu lesen, dass der Euro den DAX beeinflusst. Gerade wenn der Wert der Währung und der Kurs des DAX entgegengerichtet entwickeln, wird ein Zusammenhang vermutet. Die Grundlage für diese Theorie ist die Exporttätigkeit Deutschlands. Als Exportland ist Deutschland aus ökonomischer Sicht von dem Wechselkurs abhängig. Die Theorie: Je stärker der Euro, desto geringer die Nachfrage, weil der starke Euro dafür sorgt, dass deutsche Produkte im Ausland teurer werden. Das schlägt sich auf den Handel nieder, der durch die höheren Preise weniger erfolgreich ist. Ein direkter Zusammenhang zwischen der Entwicklung des Euro und der des Leitindex ist allerdings bisher nicht bewiesen. Der Euro-US-Dollar-Wechselkurs und DAX sollten sich im besten Fall gleich entwickeln. Das ist bisher allerdings nicht der Fall.

Übrigens: In Japan weiß man wie es geht. Die Kurse des Nikkei und des Yen entwickelten sich über die letzten Jahre gleich. Der Nikkei ist damit das Top-Beispiel eines währungsabhängigen Indizes.

Das beeinflusst den Index

Er wird nicht nur durch die Währung verändert, sondern auch durch gesellschaftliche und politische Vorgänge. Negative oder sehr positive News können beispielsweise die Werte eines einzelnen Unternehmens ändern, was sich auf den Index niederschlägt. Allerdings wird er auch durch Wirtschaftskrisen, Staatspleiten, Differenzen und Handelsembargos zwischen Staaten und natürlich Kriege beeinflusst.

Die DAX-Familie: MDAX, SDAX und TecDAX

Neben dem DAX gibt es noch weitere Indizes, die für den Aktienmarkt interessant sind. Der MDAX ist beispielsweise der Index, in dem die 60 größten Unternehmen gelistet sind, die nach den 30 DAX-Unternehmen kommen. M steht dabei für Mid Cap – mittelgroße Unternehmen. Er spiegelt die Entwicklung des Marktes der mittelgroßen DAX-Unternehmen wider.

Der SDAX enthält die 70 folgenden Unternehmen und spiegelt damit die Entwicklung der kleinen DAX-Unternehmen wieder. S steht dabei für small Cap – kleine Unternehmen.

Der TecDAX listet die dreißig der sogenannten Technologiewerte. Dabei handelt es sich um Technologieunternehmen, die besonders auf Forschung und Entwicklung ausgerichtet sind.

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