Die Einkommensteuer ist eine Gemeinschaftssteuer auf das Einkommen natürlicher Personen und zählt zu den wichtigsten Einnahmequellen eines Staates. Eine Gemeinschaftssteuer steht gleichermaßen dem Bund sowie seinen Ländern und Gemeinden zu. Im vergangenen Jahr nahm der deutsche Staat fast ein Drittel der gesamten Steuereinnahmen über die Einkommensteuer ein. Grundlage für die Berechnung der Steuer in Deutschland ist unter anderem das Einkommensteuergesetz EStG. Die Berechnung der abzuführenden Einkommensteuer basiert auf dem Einkommensteuertarif, Regelungen zu Freigrenzen, Pauschbeträgen, außergewöhnlichen Belastungen sowie die Höhe des zu versteuernden Einkommens. Zu versteuerndes Einkommen wird auch als zvE abgekürzt. 

Personengesellschaften sind per se nicht einkommensteuerpflichtig; die Gesellschafter einer OHG, KG oder GbR müssen jedoch ihren Gewinnanteil über die Einkommensteuer abführen. Kapitalgesellschaften, wie zum Beispiel GmbH oder AG, unterliegen hingegen obligatorisch der Körperschaftssteuer.

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Die Einkommensteuer und ihre Erhebungsformen

Die Lohnsteuer, Kapitalertragsteuer, Bauabzugsteuer sowie Aufsichtsratsteuer zählen zu den Quellensteuern der Einkommensteuer, das bedeutet, dass sie direkt durch Dritte vom Ursprung abgezogen und an das Finanzamt abgeführt werden. Mit der jährlichen Einkommensteuererklärung kann ein Steuerpflichtiger, je nach Höhe des zvE, Steuern zurück erhalten.

Diese Einkommen sind steuerpflichtig

Alle Einkünfte aus selbständigen und nichtselbstständigen Tätigkeiten müssen versteuert werden. Um das Einkommen zu ermitteln, werden alle Einkünfte addiert. Folgende Einkommen unterliegen nach EStG in Deutschland der Einkommensteuerpflicht:

  • Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft
  • Einkünfte aus einem Gewerbe
  • Einkünfte aus selbständiger Tätigkeit, dazu zählen auch unternehmerische Einkünfte aus Personengesellschaften
  • Einkommen aus nichtselbstständiger Tätigkeit; hierunter fällt der Lohn von Arbeitnehmern, dessen Besteuerung sich nach der Steuerklasse richtet
  • Einkünfte aus Kapitalvermögen, Vermietung, Verpachtung und sonstige Einnahmequellen

Freibetrag Einkommensteuer

Der Grundfreibetrag, auch Sockelbetrag genannt, liegt für Ledige aktuell bei einem jährlich zu versteuernden Einkommen von 9.000 € (Stand 2018); für Verheiratete mit einer gemeinsamen Veranlagung zur Einkommensteuer beträgt der Grundfreibetrag entsprechend 18.000 € pro Jahr und dient der Existenzsicherung. Wird der Freibetrag überschritten, muss Einkommensteuer je nach Steuerklasse und geltendem Steuersatz in unterschiedlicher Höhe entrichtet werden – und zwar ab dem ersten Euro.

Pauschbetrag: WerbungskostenRechnungsfreigabe Banner hochkant Orange

Arbeitnehmer erhalten automatisch einen Pauschbetrag in Höhe von 1.000 € für Werbungskosten vom Finanzamt – ohne erforderliche Nachweise. Sie können diese Pauschale annehmen oder höhere Werbungskosten veranschlagen; dann sind jedoch Einzelnachweise für eine Steuerminderung erforderlich.

Einkommensteuer Unternehmer

Unternehmer müssen neben einer Einkommensteuererklärung auch eine Umsatzsteuer-Jahreserklärung und falls nötig eine Gewerbesteuererklärung abgeben.

Betriebsausgaben fließen nicht in die Einkommensteuer ein, da sie den Gewinn eines Unternehmens mindern. 

Folgende Ausgaben sind unter anderem abzugsfähig:

  • Personalkosten
  • Einkäufe (Waren und Dienstleistungen)
  • Mietkosten
  • Abschreibungen
  • Kosten für PKW
  • Umsatzsteuer
  • Vorsteuer

Welche Ausgaben noch von der Steuer abgesetzt werden können, weiß Ihr Steuerberater oder anderer Berater für Finanzen.

Die Einkommensteuer bei Privatpersonen

Das Einkommen angestellter Privatpersonen wird ebenfalls besteuert. Bei Ihnen speist sich das zu versteuernde Einkommen vor allem aus ihrem Lohn. Von diesem wird die Lohnsteuer direkt abgezogen und vom Arbeitgeber an den Fiskus weitergeleitet. Die Höhe der zu zahlenden Steuern richtet sich nach der Steuerklasse. Privatpersonen können genauso wie Unternehmen den Service eines Steuerberaters in Anspruch nehmen, um die Einkommensteuererklärung anzufertigen. Der Berater hat zudem sicher zahlreiche Steuertipps für Sie. Zudem können Sie ebenso auf Programme zurückgreifen, die bei der Berechnung des zvE und der zu zahlenden Steuer helfen. Für die Anfertigung der Steuererklärung können Sie das kostenlose Programm Elster verwenden. Dieses berechnet anhand Ihrer Eintragungen, wie Ausgaben, Steuerklasse und sonstige Daten zu Ihren Finanzen, wie hoch die gegebenenfalls anstehende Rückzahlung vom Finanzamt ausfällt. Sie können auch das Angebot von DATEV nutzen, um Ihre Steuererklärung zu erstellen.