Einen Erlös erzielen Sie per Definition mit dem Verkauf von Waren und Dienstleistungen. Allerdings kann er auch durch die Vermietung oder die Verpachtung von Produkten entstehen. Der Begriff meint alle Erträge, die durch die Geschäftstätigkeit oder andere Tätigkeiten entstanden sind. Das Handelsgesetzbuch definiert den Erlös in §277, den Vorschriften zu den einzelnen Posten der Gewinn- und Verlustrechnung, Absatz 1. Dabei ist es vor allem die Betrachtung eines einzelnen Geschäftsvorfalls, bei der Erlöse ermittelt werden. Die Kosten spielen in diesem Zusammenhang weder für das Rechnungswesen noch für die Buchhaltung eine Rolle.

Dazu brauchen Sie den Erlös

Der Erlös und speziell der Umsatzerlös dient vor allem der Abgrenzung von den gesamten Einnahmen und den Einnahmen, die aus dem Geschäftsbetrieb erzielt wurden. Letztere sind sowohl für das Unternehmen als auch für Investoren und Banken besonders interessant. Denn die Höhe des Umsatzerlöses zeigt, wie gut sich ein Unternehmen mit seiner geschäftlichen Tätigkeit finanzieren kann und inwieweit ein Wachstum möglich ist. Ein hoher Erlös bedeutet somit, dass die Geschäfte gut laufen, was für Investoren und auch Banken ein gutes Signal ist.

Der Erlös in der Buchhaltung und im Rechnungswesen

Ein Erlös besteht, wenn ein Unternehmen Waren und Dienstleistungen verkauft. Dabei kann der Erlös als Barzahlung, Überweisung oder auch noch als offene Forderung vorliegen. Erlöse werden in der Buchhaltung in verschiedene Arten unterteilt. So gibt es den Brutto-, den Netto- und den Umsatzerlös.

  • Bruttoerlöse: Dabei handelt es sich um den erzielten Erlös, der noch nicht um Steuern und andere Abzüge vermindert wurde.
  • Nettoerlöse: Dies ist der tatsächlich vom Unternehmen eingenommene Geldwert. Er ergibt sich aus dem Bruttoerlös, von dem Gutschriften, Skonti Rabatte und Steuern abgezogen wurden.
  • Umsatzerlöse: Hierbei handelt es sich um den Erlös, der tatsächlich durch den alltäglichen Geschäftsbetrieb erzielt wurden.
  • Erlös aus Anlagevermögen: Dieser Erlös wird erzielt, wenn zum Beispiel Liegenschaften veräußert werden.

Die unterschiedlichen Arten werden auf unterschiedliche Konten gebucht und später in der Gewinn- und Verlustrechnung, GuV, verrechnet.

Wie wird der Erlös berechnet?

Die Berechnung des Erlöses ist denkbar einfach. Denn Sie müssen lediglich den Verkaufspreis pro Stück oder pro Dienstleistung mit der verkauften Menge multiplizieren. Die Formel, die dafür verwendet wird lautet:

Erlös E (x) = Verkaufspreis p × verkaufte Stückzahl x

Beispiel: Die Bekleidungsfirma von Herrn Schröder möchte feststellen wie hoch im Januar der Erlös aus dem Verkauf der neuen Pullover-Kollektion ist. Ein Pullover kostet 20 Euro und die Firma hat 20.000 Exemplare an den Mann oder die Frau gebracht. Die Buchhaltung berechnet:

Erlös (Pullover) = 20 Euro × 20.000 Stück

Erlös (Pullover) = 400.000 Euro

Erlös, Umsatz und Ertrag

Erlöse werden allgemein auch als Umsätze bezeichnet. Der Umsatz bezieht sich allerdings in der Regel auf einen längeren Zeitraum. So spricht das Rechnungswesen von Erlösen, wenn es sich um einmalige Geschäftsvorfälle handelt und vom Umsatz, wenn ein Geschäftsjahr betrachtet wird.

Der Ertrag bezeichnet ebenfalls die Einnahmen eines Unternehmens. Allerdings bezieht er sich auf das Reinvermögen – also das Sach- und das Geldvermögen, während bei Erlösen im Rechnungswesen und der Buchhaltung vom reinen Geldvermögen gesprochen wird.

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