Mit einem Freistellungsauftrag beauftragen Sie die Bank, Gewinne aus Wertpapiergeschäften von der Abgeltungssteuer freizustellen. Wenn Sie mit Aktien handeln oder Zinsen auf Sparkonten bekommen, können Sie Ihre Kapitalerträge freistellen lassen. Dann zieht die Bank von den Gewinnen, die Sie mit Dividenden, Zinsen, realisierten Kursgewinnen oder Ausschüttungen gemacht haben, keine Abgeltungssteuer ab. Die Steuer muss erst gezahlt werden, wenn der Sparerpauschbetrag, ein fester Freibetrag, überschritten wird. Die Bank wird die Steuer in der Regel zusammen mit der Kirchensteuer und dem Solidaritätszuschlag automatisch abziehen.

Die Abgeltungssteuer

Die Abgeltungssteuer ist eine Kapitalertragsteuer. Sie wird auf Kapitalerträge aus Geschäften mit Wertpapieren, Dividenden, Zinsen, realisierte Kursgewinne und Ausschüttungen erhoben. Wer Konten hat, auf denen diese Kapitalerträge kann einen Freistellungsauftrag dafür einrichten. Nicht nur Aktionäre freuen sich über den Freistellungauftrag. Wer ein Tagesgeldkonto zum Sparen hat, profitiert ebenfalls, wenn er einen Freistellungsauftrag erteilt, da die Zinsen, die er erhält, ebenfalls bis zum Sparerpauschbetrag von der Steuer befreit sind. Für das Tagesgeldkonto kann also ebenfalls ein Freistellungsauftrag ausgesprochen werden.

Keine Abgeltungssteuer für Immobilien

Ausgenommen von dieser Steuer sind Erträge aus der Verpachtung und Vermietung von Immobilien. Für sie müssen Sie zwar auch Steuern zahlen, allerdings führt das Finanzamt diese als Erträge aus Vermietung und Verpachtung. Der Verkauf von Immobilien ist nach zehn Jahren Besitz steuerfrei. Werden Immobilien davor verkauft, werden die Gewinne im Rahmen der Steuererklärung für die Einkommensteuer versteuert. Dann gilt der eigene Steuersatz für Einkommen.

Steuerfreie Kapitalerträge dank Sparerpauschbetrag

Privatpersonen, die Gewinne aus Aktiengeschäften erzielen, müssen diese mit der Abgeltungssteuer versteuern. Allerdings erst ab einem gewissen Betrag. Sie haben einen Freibetrag, bis zu dem die Erträge steuerfrei sind. Dieser Betrag liegt aktuell bei 801 Euro. Alles was darüber ist, wird mit 25 Prozent versteuert. Zusätzlich muss für diese Erträge auch der Solidaritätszuschlag gezahlt werden, sodass ein Prozentsatz von 26,38 Prozent entsteht. Bei der Kirche angehörigen Personen kommt noch die Kirchensteuer dazu.  

So richten Sie einen Freistellungauftrag ein

Sie können den Auftrag mit oder ohne Frist erteilen. In der Regel wird er allerdings so lange erteilt, wie Sie Kapitalerträge auf einem Konto erzielen. Seit 2011 muss jeder Freistellungsauftrag die Steueridentifikationsnummer des Sparers enthalten, da er sonst nicht wirksam ist. Um einen Freistellungsauftrag zu erteilen, müssen Sie bei Ihrer Bank ein entsprechendes Formular ausfüllen. Darin müssen Sie angeben, wie hoch der Betrag sein soll, bis zu dem die Bank keine Abgeltungssteuer abführt. Der Betrag darf maximal die Höhe des Sparerpauschbetrages haben. Sie können Freistellungaufträge bei jeder Bank einreichen, bei der Sie ein Konto haben, auf das Kapitalerträge fließen. Allerdings müssen Sie darauf achten, dass die Summe aller Beträge, für die sie bei verschiedenen Banken oder für verschiedene Konten Freistellungsaufträge eingereicht haben, den Sparerpauschbetrag nicht überschreitet.

Die Bank zieht die Steuer automatisch ab

Bei Erträgen aus Geschäften am Aktienmarkt und Gewinnen aus Zinsen ist die Bank dazu verpflichtet, die Abgeltungssteuer abzuziehen. Liegt die Identifikationsnummer des Sparers oder Anlegers nicht vor, so muss die Bank die abgezogenen Beträge einbehalten und das Geld an das Finanzamt abführen, sobald die Identifikationsnummer vorliegt. Auch den Solidaritätszuschlag und die Kirchensteuer muss die Bank direkt abziehen.