Der Begriff Gewinn bezeichnet in der deutschen Wirtschaft den Jahresüberschuss, den ein Unternehmen erzielt. Er ist die Grundlage für die Erfolgsbewertung, sondern auch der Betrag aufgrund dessen die Besteuerung festgelegt wird. Allerdings ist der Gewinn nicht in jedem Bereich gleich – so wird er im Rechnungswesen anders verstanden und ermittelt als in der Betriebswirtschaftslehre. 

Verschiedene Arten des Gewinns

Grundsätzlich sollten Sie zwei Arten des Gewinns kennen: Den Bilanzgewinn und den kalkulatorischen Gewinn. Der Bilanzgewinn, der vor allem für das deutsche Handelsrecht interessant ist, beschreibt den Überschuss, der durch eine Gewinn- und Verlustrechnung, GuV, ermittelt wird.

Der kalkulatorische Gewinn ist der Wert, der als Differenz von Erlös und Kosten mithilfe einer Kostenrechnung ermittelt wird. Im Steuerrecht kommt zur Berechnung des Gewinns die Einnahmeüberschussrechnung zum Einsatz, bei der lediglich die Ausgaben von den Einnahmen abgezogen werden.

Die Kennzahl in der BWL

In der Betriebswirtschaftslehre wird zwischen drei verschiedenen Gewinnarten unterschieden. In diesem Bereich gibt es zum einen den Gewinn Nominalkapitalerhaltung, der besteht, wenn das Eigenkapital eines Unternehmens vermehrt wurde.

Der Gewinn Realkapitalerhaltung liegt nur dann vor, wenn das Eigenkapital um mehr als die Inflationsrate gestiegen ist.

Der Gewinn Substanzerhaltung wird über den Cash Flow ermittelt und liegt dann vor, wenn der Überschuss im Vergleich zum Vorjahr gestiegen ist.

Gewinn im Rechnungswesen

Im Rechnungswesen ist nur der Gewinn interessant, der durch die Kostenrechnung ermittelt wird. Er liegt vor, wenn die erzielten Erlöse die Kosten übersteigen. Hier müssen Sie aufpassen. Denn es werden nur die Kosten und die Erlöse betrachtet, die direkt mit dem Leistungsprozess in Verbindung stehen. Das sind alle Aufwendungen, die für die Herstellung eines Produktes oder die Erbringung einer Leistung angefallen sind. Bei den Erlösen sind es nur die Erlöse, die durch den Verkauf dieser Leistung oder des Produktes erzielt wurden. Geld, das durch Immobilien, an der Börse, durch Beteiligungen an anderen Unternehmen oder andere Einnahmequellen verdien wurden, ist in diesem Fall nicht interessant.

Die Gewinnermittlung je nach Fachbereich

Handelsrecht: Gewinn = Ertrag – Aufwand

Steuerrecht:   Gewinn = Einnahmen – Ausgaben

Rechnungswesen: Gewinn = Erlös – Kosten

Was bedeutet der Wert?

Wie bereits eingangs erwähnt wurde, ist der Wert für die Bewertung und die Besteuerung eines Unternehmens interessant. Viele große deutsche Unternehmen machen an der Kennzahl aber auch die Gehälter oder Boni der Mitarbeiter im Management fest. Wer in diese Bereich Karriere machen möchte, sollte also wissen, wie sie berechnet wird und inwiefern sie das Gehalt beeinflussen kann.