Die Grenzkosten sind laut Definition der BWL und der Mikroökonomie die Kosten, die bei der Produktion einer zusätzlichen Wareneinheit, also einem Stück, entstehen. Allerdings können die Kosten auch so betrachtet werden, dass es sich um den Geldwert handelt, der wegfällt, wenn eine Einheit weniger produziert wird. Für gewöhnlich sind variable Kosten und Grenzkosten identisch. Die Grenzkosten werden in einem Unternehmen natürlich in der Kostenrechnung und auch im Controlling errechnet.

Beispiel: Die Firma von Herrn Gruber produziert Handtaschen. Die Herstellung einer Kollektion mit 10.000 Taschen kostet die Firma 100.000 Euro Fixkosten. Diese Kosten decken allerdings nur die Miete für eine Produktionshalle in Deutschland, die Gehälter der Mitarbeiter und die Kosten der benötigten Maschinen ab. Sobald die Mitarbeiter von Herrn Gruber mit der Produktion einer Handtasche beginnen, kommen die Kosten für die Rohstoffe hinzu. Diese betragen 20 Euro. Für die erste Tasche fallen Kosten in Höhe von 100.020 Euro an. Mit jeder weiteren Tasche erhöhen sich diese Kosten um weitere 20 Euro – genau dieser Betrag sind die Grenzkosten.

Berechnung der Grenzkosten

Die Grenzkostenfunktion ist die erste Ableitung der Kostenfunktion, in der die Gesamtkosten genannt werden. Dabei wird in der BWL diese Funktion genutzt, um die Grenzkosten zu berechnen:

Gesamtkosten K (x) = Fixkosten + x × Produktionspreis

Da wir die erste Ableitung der Kostenfunktion bilden, um die Grenzkostenfunktion zu erhalten, kommen wir so auf das Ergebnis:

Gesamtkosten K‘ (x) = Produktionspreis

Um die Gleichung zu vereinfachen, ersetzen wir die Variablen durch die Daten aus unserem Beispiel.

Gesamtkosten K (x) = 100.000 Euro + x × 20 €

In unserem Fall kämen wir zu der Ableitung: Gesamtkosten K‘ (x) = 20 €

Die Grenzkosten richten sich nach der Branche

In unserem Beispiel werden Rohstoffe benötigt, weshalb die Grenzkosten relativ einfach zu berechnen sind. In anderen Bereichen kann es auch vorkommen, dass die Grenzkosten marginal oder sogar ohne Wert sind. Deshalb werden die Grenzkosten vereinzelt auch als marginale Kosten oder Marginalkosten bezeichnet.

Achtung: Davon auszugehen, dass die Grenzkosten pro produzierte Einheit immer gleich sind, ist unrealistisch. So können Unternehmen ab einer gewissen Menge zum Beispiel von Nachlässen profitieren, da ihnen die Lieferanten auf Rohstoffe Rabatt gewähren. Solche Fälle müssen bei der Berechnung bedacht werden.