Die Abkürzung IBAN steht für „International Bank Account Number“, zu Deutsch „Internationale Bankkontonummer“. Diese weltweit gültige Girokonto-Nummer gibt das Land des Zahlungsempfängers, die Bank und das entsprechende Konto an. Ziel ist die Vereinfachung des internationalen Zahlungsverkehrs, da viele Länder – anders als in Deutschland mit Kontonummer und Bankleitzahl – keine einheitliche Kennung ihrer Bankverbindungen haben. Die IBAN wird von der International Organization for Standardization, kurz ISO, und dem European Committee for Banking Standards, ECBS, definiert. Treibende Kraft ist vor allem die EU und in den meisten Ländern Europas wird die IBAN bereits umgesetzt. Seit dem 1. Februar 2016 ersetzte die IBAN in der EU bei Überweisungen die bestehenden nationalen Kontonummern. Aber auch außerhalb Europas übernehmen immer mehr Staaten das System.

Aufbau der IBAN

Eine IBAN darf maximal 34 Stellen haben und für jedes Land gibt es eine festgeschriebene Länge. Es besteht nämlich beispielsweise bei der Darstellung der Codes für die kontoführenden Banken eine Flexibilität. Deshalb ist die Länge der IBAN für jedes Land unterschiedlich. So hat eine IBAN in Finnland immer 18, in Deutschland 22 oder in Katar 29 Zeichen. Die Nummer darf keine Sonderzeichen oder Kleinbuchstaben enthalten und besteht dementsprechend aus Großbuchstaben und den Ziffern 0 bis 9.

Am Anfang der Nummer steht das Länderkennzeichen und die zweistellige Prüfsumme für die komplette IBAN. Diese kann durch die untenstehende Formel berechnet werden. Es folgt die 8-stellige Bankleitzahl und die 10-stellige Kontonummer, die zusammen die BBAN, Basic Bank Account Number, ergeben. Weist die Kontonummer keine zehn Stellen auf, werden die fehlenden Ziffern nach der Bankleitzahl mit Nullen aufgefüllt, sodass die Länge einheitlich ist.

Beispiel für eine gültige IBAN: DE12 5001 0517 0648 4898 90

Ländercode DE
Prüfsumme 12
Bankleitzahl 5001 0517
Kontonummer 0648 4898 90

 

IBAN-Richtlinien auf einen Blick

Zu beachten ist, dass eine IBAN nur von einem Finanzinstitut herausgegeben werden darf und folgenden Richtlinien entsprechen muss:

  • Zeichen sind immer in Großbuchstaben dargestellt
  • alphanumerisch
  • maximal 34 Stellen
  • die IBAN enthält auch in Papierform keine Sonderzeichen und Separatoren
  • pro Land gibt es eine fixe BBAN-Länge
  • Papierformat: Unterteilung in Viererblöcke, wobei die letzte Gruppe eine variable Länge von einer bis vier Stellen aufweisen darf
  • elektronisches Format: fortlaufend

Neben der IBAN muss auf jeder Überweisung auch der Bank Identifier Code, kurz BIC, angegeben werden. Der BIC macht es möglich, das zuständige Geldinstitut schnell und sicher zu identifizieren.

Ist die IBAN das Gleiche wie eine Kontonummer?

Die IBAN ist nicht mit der Kontonummer gleichzusetzen. Bei einer Kontonummer ist die eindeutige Zuordnung eines Kontos gewährleistet und die Prüfziffer steht am Ende. Außerdem hat jede Bank eigene Kriterien und Algorithmen, um eine Kontonummer festzulegen. So kann beispielsweise die die Art des Kontos bereits aus der Kontonummer hervorgehen.

War die Kontonummer früher noch üblich, um den Zahlungsverkehr zu regeln, so ist es seit 2016 verpflichtend, die Kontonummer nur noch im Rahmen der IBAN bei Überweisungen von Rechnungen oder auch Lastschriften anzugeben. Diese Vorgehensweise vereinfacht den internationalen Zahlungsverkehr, da immer weiter als Standard etabliert wird. Überweisungen und Rechnungsstellungen gehen so deutlich schneller. Da die bisher verbreitete Kontonummer in Kombination mit der Bankleitzahl Teil der IBAN ist, mussten Nutzer diese nicht ändern.

Prüfsumme berechnen und IBAN prüfen

Wer eine IBAN selbst bilden kann, ist auch in der Lage, ihre Gültigkeit zu prüfen. Zahlreiche IBAN-Rechner im Internet vereinfachen den Prozess. Die Berechnung einer IBAN gestaltet sich wie folgt:

  • 1. BBAN bilden (Bankleitzahl und Kontonummer)

Bei der Bankleitzahl 50010517 und der Kontonummer 0648489890 ergibt sich die BBAN 500105170648489890.

  • 2. Länderkennung in Ziffern (4-stellig) + zwei Nullen hinten

Buchstaben des Ländercodes werden nach ihrer Reihenfolge im lateinischen Alphabet in Ziffern umgewandelt und mit 9 addiert.

A (1+9=10); B (2+9=11); C (3+9=12); D (4+9=13): E (5+9=14) usw.

Der deutsche Ländercode DE ergibt in numerischer Form dementsprechend 1314. Das Ergebnis wird hinten um zwei Nullen ergänzt und sieht dann so aus: 131400.

  • 3. Ländercode in Ziffern mit Modulo 97 auf Rest reduzieren

Die sich aus BBAN und Ländercode ergebende Zahl 500105170648489890131400 wird ganzzahlig durch 97 geteilt; entscheidend ist der Rest, der in diesem Fall 86 beträgt.

  • 4. Den Rest von 98 subtrahiert

Die ermittelte Restzahl 86 wird von 98 abgezogen; diesen Wert bestimmt die ISO. Das Ergebnis ergibt die Prüfsumme, in diesem Fall 12. Ist das errechnete Ergebnis kleiner als zehn, wird eine Null vorne angehängt, damit die Zahl immer zweistellig ist.

Aus der eben erläuterten Vorgehensweise ergibt sich die IBAN DE12 5001 0517 0648 4898 90, die der optischen Einfachheit halber in Viererblöcken angegeben wird.

Um eine IBAN zu prüfen, werden ihre ersten vier Stellen – wieder in nummerischer Form – hinter die Kontonummer gesetzt und die so entstandene Zahl 500105170648489890131412 wird erneut nach Modulo 97 durch 97 geteilt. Beträgt das Ergebnis die glatte Zahl 1 handelt es sich um eine gültige IBAN.