Bei der Inflation handelt es sich um die stetige Geldentwertung durch die Erhöhung der Preise für Dienstleistungen und Produkte. Das bedeutet, dass Unternehmen und Arbeitnehmer für ihr Geld langfristig weniger Waren kaufen können. Die Inflation soll nach Vorgaben der europäischen Zentralbank im Idealfall bei weniger als zwei Prozent jährlich liegen. Derzeit bewegt sich die Inflationsrate nahe dieser Marke. Dabei schwankt die Rate allerdings. So wurde im Februar 2018 ein Prozentsatz von 1,4 gegenüber dem Vorjahr gemessen, während die Preise im Oktober um 2,5 Prozent im Vergleich zum Oktober im Jahr 2017 gestiegen sind.

Das Gegenteil der Inflation ist die Deflation, bei der die Preise sinken. Die Folge: Unternehmen erzielen weniger Umsatz, produzieren und investieren weniger. Hält eine Deflation für längere Zeit an, so bedeutet das eine Zeit starker Arbeitslosigkeit und schlimmstenfalls eine Wirtschaftskrise.

So wird die Inflationsrate gemessen

Die aktuelle Inflationsrate beschreibt, um wieviel Prozent sich der Wert des Geldes gemindert hat. Um diese Rate feststellen zu können misst in Deutschland das statistische Bundesamt einmal monatlich das Preisniveau für einen repräsentativen Warenkorb, in dem 750 Waren und Dienstleistungen vorhanden sind. Dazu gehören unter anderem Waren des täglichen Bedarfs aber auch Mieten, Haushaltsgeräte, Fahrzeuge und Dienstleistungen, wie zum Beispiel Reinigungen, Friseurbesuche und Versicherungen. Aus den ermittelten Preisen für diese Güter und Dienstleistungen wird der Verbraucherpreisindex ermittelt, der die durchschnittliche Preisänderung angibt. In Statistiken wie dem Verbraucherpreisindex werden die Veränderungen der letzten Jahre zusammengefasst. Aus den ermittelten Werten kann errechnet werden, wie hoch die Inflation in Prozent ist.

Ursache und Entstehung einer Inflation

Der Grund für die Inflation sind steigende Güterpreise, für die es verschiedene Ursachen geben kann. Dabei kann eine Inflation aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet und in verschiedene Kategorien eingeordnet werden. So ordnen Wirtschaftswissenschaftler die Inflation zum Beispiel nach ihrer Herkunft, ihrer Ursache, den Kosten, den Gewinnmotiven, der Nachfragekomponente der Erkennbarkeit oder der Geschwindigkeit in verschiedene Kategorien ein. Geläufig sind die beiden Arten Nachfrageinflation und Angebotsinflation. Andere Arten, die Sie kennen sollten sind die Geldmengeninflation und die Importierte Inflation.

Nachfrageinflation

Ist die Nachfrage für ein besonderes Produkt oder eine Dienstleistung besonders hoch, steigt der Preis und es ergibt sich eine Nachfrageinflation. Diese wird auch als „Demand Pull Inflation“ bezeichnet. Im Grunde kann eine jede starke wirtschaftliche Nachfrage einen steigenden Preis verursachen. Hierbei wird allerdings zwischen folgende Inflationsarten unterschieden:

  • Konsuminflation: Die Nachfrage erhöht sich unproportional zum konstant bleibenden Angebot der Ware.
  • Investitionsinflation: Die hohe Nachfrage nach einem Produkt bewirkt, dass Unternehmen in die Produktion investieren, um mehr Güter herzustellen. Genauso wie die Produktionskosten steigt damit das Preisniveau des Produktes.
  • Staatsnachfrageinflation: Auf wirtschaftlicher Ebene wird ein bestimmtes Gut oder eine Leistung stärker nachgefragt, wodurch die Ausgaben des Staates steigen.

Es gibt Maßnahmen, um die Nachfrageinflation abzuschwächen. Die einfachste Möglichkeit ist es, die Nachfrage zu bekämpfen, indem der nachfragende Personengruppe weniger Mittel zur Verfügung gestellt werden. Zwei wirkungsvolle Mittel dazu sind Steuererhöhungen und die Einschränkung der Kreditvergabe. Eine Reduzierung der staatlichen Nachfrage kann ebenfalls die Abschwächung der Inflation bewirken.

Angebotsinflation

Die Angebotsinflation wird im Allgemeinen in zwei Arten unterschieden, in die Kosten- und in die Gewinninflation. Die Gemeinsamkeit beider liegt darin, dass der Preisanstieg vom Anbieter ausgeht.

  • Kosteninflation: Der Preisanstieg resultiert hier aus dem Anstieg der Kosten für erhöhen.
  • Gewinninflation: Bei einer Gewinninflation wird die Inflation im Grunde absichtlich hervorgerufen, da führende Unternehmen ihre Marktmacht ausnutzen. Das kann beispielsweise bei einem Monopol oder Oligopol der Fall sein. Durch Größe und Stellung im Markt können Unternehmen die Preise höher anzusetzen.

Geldmengeninflation

Wie der Name bereits vermuten lässt, wird bei dieser Art der Inflation die Geldmenge erhöht und gleichzeitig eine Preissteigerung vorgenommen. In der Theorie bedeutet das, dass die Menschen mehr Geld in der Tasche haben daher stärker bestimmte Güter nachfragen. Die erhöhte Nachfrage sorgt dafür, dass die Preise erhöht werden. Die Geldmengeninflation löst somit die Nachfrageinflation aus.

Importierte Inflation

Die importierte Inflation resultiert aus der Exporttätigkeit eines Landes. Dabei können sehr hohe Exportmengen einer der Gründe sein. Exportiert ein Unternehmen einen Großteil seiner Waren ins Ausland, ist es permanent von der Nachfrage anderer Länder abhängig. Sinkt die Nachfrage im Ausland, steigert das Unternehmen den Preis im Inland, um das auszugleichen. Ein anderer Grund kann auch die Inflation in anderen Ländern sein, in die das Unternehmen Waren exportiert. Werden dort die Preise erhöht, kann das Unternehmen auch im Inland die Preise erhöhen.

Der Inflation angepasstes Gehalt

Für Arbeitgeber und Arbeitnehmer ist der Inflationsausgleich ein wichtiges Thema. Arbeitnehmer sollten bei einer Gehaltserhöhung genau auf die Lohnabrechnung schauen und prüfen, ob die Erhöhung des Lohns auch die Inflation ausgleicht. Wer als Mitarbeiter die Inflationsraten ins Gespräch bringt, hat allerdings keine guten Karten, der der Arbeitgeber nicht dazu verpflichtet ist, die Inflation auszugleichen.

Wenn Sie Arbeitgeber sind, sollten Sie es aber dennoch tun. Denn wenn der Mitarbeiter nach der Gehaltserhöhung noch immer das Gefühl hat, zu wenig Geld zu haben, da er sich trotz höheren Lohns nicht mehr Güter und Dienstleistungen kaufen kann, sorgt das langfristig für Unzufriedenheit.

Wann ist die Inflation gut?

Die Inflation gehört in einer Volkswirtschaft zum Alltag und lässt sich nicht komplett aufhalten. Sie wird in einer leichten Ausprägung sogar als positiv betrachtet. Experten sprechen von einer niedrigen Inflation, die die meisten Menschen kaum wahrnehmen. Dabei liegt die Inflationsrate zwischen null und fünf Prozent. Dabei müssen Sie wissen, dass nur dann auch wirklich Geld ausgegeben wird, wenn die Preise steigen. Der Grund ist ganz einfach: Nur bei erwarteten Preissteigerungen wird auch Geld ausgegeben, der Konsum gefördert und somit auch die Wirtschaft angekurbelt.

Anders verhält es sich bei der Deflation. Sehen die Menschen, dass bestimmte Güter günstiger werden, warten sie mit dem Kauf, in der Hoffnung, dass die Waren in einigen Wochen noch weniger kosten. Bei einer Preissteigerung

Eine leichte Inflation ist also gute für die Wirtschaft. Eine stark verlaufende Inflation hingegen ist schädlich für die Wirtschaft, da die eigentlichen Funktionen des Geldes – Wertaufbewahrung und Wertmaßstab – nicht mehr gewährleistet werden können.

Leichte Inflation?

Um einschätzen zu können, was eine leichte Inflation ist, hilft es, sich die Geschwindigkeit der Inflation anzuschauen. Bei der schleichenden Inflation, die mit der leichten Inflation gleichzusetzen ist, liegt die Inflationsrate unter 2 Prozent, verglichen mit dem Vorjahr, und damit praktisch nicht wahrgenommen. Die trabende Inflation geht schon etwas schneller voran und sorgt dafür, dass Güter und Dienstleistungen zwischen 2 und 10 Prozent teurer werden. Die galoppierende Inflation kommt mit einer Preissteigerung von 50 Prozent. Die Hyperinflation stellt einen Sonderfall dar und hat im Vergleich zum Vorjahr eine Preissteigerung von über 50 Prozent zur Folge.