Das kaufmännische Geschäftsjahr endet mit dem Jahresabschluss. Er zeigt auf, wie es um die finanzielle Lage des Unternehmens bestellt ist und stellt die Grundlage für das weitere Handeln des Betriebs dar. Zudem kann der Betrieb nach dem Jahresabschluss mit der Analyse des vergangenen Geschäftsjahres beginnen und Maßnahmen für das neue Geschäftsjahr ableiten. Zum Jahresabschluss gehört neben den zusammengefassten Dokumenten zu Rechnungslegung der Abschluss der Buchhaltung. Nachdem er erstellt wurde, muss er geprüft, bestätigt und veröffentlicht werden.

Wer muss einen Jahresabschluss erstellen?

Kaufleute, die einen Jahresüberschuss von mindestens 60.000 Euro und einen Umsatz im Wert von 600.000 Euro oder mehr erzielen, sind zur Aufstellung des Jahresabschlusses verpflichtet. Die Vorschriften dazu sind in §241a Handelsgesetzbuch, HGB, zu finden. Einzelkaufleute, die mit Gewinn und Umsatz darunter liegen, sind nicht verpflichtet einen Jahresabschluss aufzustellen. Sie müssen lediglich eine Einnahmenüberschussrechnung erstellen.

Inhalte des Jahresabschlusses

Zum Jahresabschluss gehören standardmäßig die Bilanz und die Gewinn- und Verlustrechnung. Kapitalgesellschaft sind nach §264 HGB außerdem dazu verpflichtet, einen Anhang hinzuzufügen. Außerdem müssen Gesellschaften in den ersten drei Monaten des Geschäftsjahres einen Lagebericht für das vorangegangene Jahr erstellen und diesen dem Jahresabschluss hinzufügen.

Funktion des Jahresabschlusses

Der Jahresabschluss gehört zum Rechnungswesen und erfüllt drei Aufgaben, die sowohl für das Unternehmen als auch für daran beteiligte Personen wichtig sind:  

Informationsfunktion

Nicht nur das Unternehmen, sondern auch Investoren und Teilhaber wollen wissen, wie der Betrieb finanziell aufgestellt ist. Zudem zeigt der Jahresabschluss auch, ob am Anfang des Geschäftsjahres gesteckte Ziele erreicht wurden. Das Controlling des Unternehmens kann außerdem künftige Schritte Aktionen planen.

Zahlungsbemessungsfunktion

Das Finanzamt setzt aufgrund der Ergebnisse des Abschlusses die Steuern fest, die das Unternehmen zahlen muss. Zudem spielen die Informationen eine wichtige Rolle für Teilhaber, Aktionäre und teilweise auch Mitarbeiter im Management. Sie bekommen erfolgsabhängige Dividenden oder Auszahlungen. Deshalb wird diese Funktion auch als Ausschüttungsbemessungsfunktion bezeichnet.

Dokumentationsfunktion

Die Buchhaltung schließt das Geschäftsjahr ab und bestätigt die über das Jahr verbuchten Geschäftsvorfälle. Alle finanz- und leistungswirtschaftlichen Vorfälle des Geschäftsjahres werden ebenfalls bestätigt. Der Jahresabschluss dokumentiert damit das ganze Jahr und ist daher gut geeignet, um verschiedene Jahre zu vergleichen.

Die Offenlegung

Kapitalgesellschaften, Handelsgesellschaften und Kommanditgesellschaften, bei denen keine natürliche Person persönlich haftender Gesellschafter ist, sind nach §§ 325 – 329 HGB zur Offenlegung des Abschlusses verpflichtet. Dazu müssen die Daten digital beim Bundesanzeiger eingereicht werden. Die Veröffentlichungen sind online kostenlos einzusehen. Auch Genossenschaften, Kreditinstitute, Finanzdienstleister, Versicherungsunternehmen und Pensionsfonds müssen ihre Jahresabschlüsse an den Bundesanzeiger Verlag übergeben.