Bei der Kleinunternehmerregelung handelt es sich um eine Regelung, die Unternehmer, die nicht mehr als 17.500 Euro Im Jahr erwirtschaften von der Umsatzsteuer befreit. Unternehmer und Freiberufler, die von dieser Regelung Gebrauch machen, müssen auch keine Umsatzsteuervoranmeldung anfertigen. Grundlage der Regelung ist der Paragraph 19 im Umsatzsteuergesetz, UStG.

Wer gilt als Kleinunternehmer?

Kleinunternehmer können Einzelunternehmer, Freiberufler oder Teams in der Rechtsform der GbR sein. Auch Unternehmergesellschaften können von der Regelung profitieren. Die Voraussetzung dafür ist allerdings, dass sie im Vorjahr nicht mehr als 17.500 Euro erwirtschaften und im aktuellen Geschäftsjahr eine Grenze von 50.000 Euro nicht überschreiten. Dabei ist es wichtig zu wissen, dass der Wert von 17.500 Euro für ein ganzes Jahr gilt. Wer also nicht zu Beginn, sondern während eines laufenden Jahres eine selbstständige Tätigkeit aufnimmt, der muss seine Einnahmen auf das ganze Jahr hochrechnen, um herauszufinden, ob er die 17.500 Euro überschritten hätte.

Für den zweiten Wert, die 50.000 Euro, ist die Schätzung zum Jahresanfang ausschlaggebend. Ein Unternehmer muss dazu am Jahresanfang realistisch seine voraussichtlichen Umsätze in dem kommenden Jahr schätzen und dies dokumentieren. Schätzt er, dass seine Umsätze einen Wert von 50.000 Euro voraussichtlich nicht übersteigen, so ist er berechtigt, von der Kleinunternehmerreglung Gebrauch zu machen und muss keine Umsatzsteuer berechnen oder an das Finanzamt abführen. Auch wenn der Unternehmer am Ende des Jahres einen höheren Umsatz erzielt hat, gilt die Kleinunternehmerregelung für das vergangene Jahr. Im kommenden Geschäftsjahr kann er von ihr allerdings keinen Gebrauch mehr machen, da er den Grenzwert von 17.500 Euro deutlich überschritten hat. Sobald das der Fall ist, muss die Umsatzsteuer berechnet und die Steuer mit der Umsatzsteuer-Voranmeldung an das Finanzamt überführt werden.

Kleinunternehmerregelung – das müssen Sie beachten

Wer die Regelung in Anspruch nehmen möchte, der muss dies nicht gesondert anmelden, sondern lediglich im Fragebogen zur steuerlichen Erfassung richtig ankreuzen. In Zeile 7.3 finden Sie die Informationen zu Kleinunternehmer-Regelung. Ein einfaches Kreuz genügt und das Finanzamt ist informiert. In diesem Fall müssen Sie auf jeder Ihrer Rechnungen darauf hinweisen, dass sie die Regelung nutzen. Dazu können Sie beispielsweise den Zusatz „Im ausgewiesenen Betrag ist gemäß § 19 UStG keine Umsatzsteuer enthalten.“ in die Rechnung einfügen.

Vorteile und Nachteile

Ob Sie sich beim Finanzamt als Kleinunternehmer anmelden oder nicht, sollten Sie klar abwägen. Im besten Fall besprechen Sie das Thema mit einem Steuerberater. Auf den ersten Blick bietet die Regelung vor allem einen Vorteil: Den geringeren bürokratischen Aufwand. Nicht immer profitieren Unternehmer allerdings davon. Wer als Gründer gerade zu Beginn seiner Unternehmung sehr hohe Ausgaben hat und damit selbst häufig die Umsatzsteuer für benötigte Produkte und Arbeitsmittel zahlt, der sollte sich gegebenenfalls gegen die Kleinunternehmerregelung entscheiden. Denn wer keine Umsatzsteuer einnehmen und abführen muss, kann auch nicht vom Vorsteuerabzug Gebrauch machen. In diesem Fall würde das Unternehmen die Umsatzsteuer doppelt zahlen, was gerade am Anfang eine erhebliche Belastung darstellen kann. In diesem Fall wäre es für den Gründer sinnvoller die Regelung nicht in Anspruch zu nehmen, auch wenn die Umsatzgrenze von 17.500 oder 50.000 Euro in dieser Phase der Gründung noch nicht überschritten wird.