Was ist ein Kredit?

Der Kredit dürfte jedem Unternehmer ein Begriff sein, denn er liefert häufig einen großen Teil des Startkapitals. Wenn von einem Kredit gesprochen wird, ist damit in der Regel eine Geldleihe von einem Kreditgeber an einen Kreditnehmer zu vorher festgelegten Konditionen gemeint. Das von Banken oder Privatpersonen geliehene Geld wird dann zu einem festgelegten Zeitpunkt zurückgezahlt wird. Häufig wird die Rückzahlung in Raten geleistet, weshalb im Bankwesen auch häufig vom Ratenkredit gesprochen wird.

Kreditbeteiligte

Im Normalfall sind an einem Kredit zwei Parteien beteiligt – der sogenannte Gläubiger, also derjenige, der das Geld verleiht und der Schuldner, der sich das Geld leiht. Der Gläubiger ist meist eine Bank, während der Schuldner sowohl eine Privatperson, als auch ein Unternehmen oder eine andere Bank sein kann. Der Staat vergibt Kredite an Banken, öffentliche Einrichtungen oder Sozialversicherungsträger.

Kreditarten

Kredite können in diverse Kreditarten unterschieden werden. Grundsätzlich wird in Kreditarten nach Kreditgeber und Kreditarten nach Bereitstellung unterschieden.

Kreditarten nach Kreditgeber sind beispielsweise:

  • Bankkredit
  • Lieferantenkredit
  • Arbeitgeberkredit
  • Privatkredit
  • Staatskredit
  • Organkredit

Bei Kreditarten nach Bereitstellung handelt es sich zum Beispiel um:

  • Barkredit
  • Warenkredit
  • Kreditleihe

Hier ist für die Einteilung ausschlaggebend, wie der Kredit für den Schuldner bereitgestellt wird – also wie ihm der Gläubiger das Geld übergibt. Das Geld kann zum einen in einer Summe ausgezahlt werden oder aber in Form einer Kreditlinie bereitstehen. Ein typisches Beispiel dafür ist der Dispokredit, der vom Kunden bis zu einer gewissen Höhe genutzt werden kann, ihm aber nicht komplett auf einen Schlag von der Bank ausgezahlt wird.

Die Kreditarten können zudem zusätzlich nach Laufzeit, Umfang, Besicherungsart, Status, Höhe und Verwendung differenziert werden.

Kreditkosten: Zinsen

Ein Kreditgeber verleiht sein Geld nicht einfach ohne selbst daran zu verdienen. Er setzt individuelle Zinsen an. Deren Höhe bedingt sich in der Regel sowohl durch die Laufzeit des Kredits, als auch durch die Kreditwürdigkeit des Kreditnehmers. Beim Kreditvergleich werden Sie feststellen, dass die Prozentsätze hier weit auseinander gehen. Gerade bei kleinen Krediten, die schnell verfügbar sein sollen, ist die Verzinsung oft vergleichsweise hoch. Online finden Sie zum Kreditvergleich zahlreiche Übersichten, in denen Sie den anfallenden Aufschlag einfach vergleichen können.

Die Alternative zu Zinsen

Zinsen sind nicht die einzige Option, mit der Sie einen Kredit bezahlen können. Beispielsweise kann ein Händler beziehungsweise ein Kreditgeber auch entscheiden, seinem Kunden einen zinslosen Kredit zu gewähren. Wenn das Unternehmen sich eine Dienstleistung oder ein Produkt sofort kaufen würde, bekäme es einen Rabatt. Erfolgt der Kauf auf Raten oder mit einer verspäteten Zahlung, verfällt der Rabatt – der Betrag stellt dann den Ersatz für Zinsen dar.

Handelt es sich bei dem Kreditgeber um eine Bank, so werden außerdem Gebühren für die Bearbeitung erhoben.

Kreditwürdigkeit

Wer einen Kredit vergibt, möchte natürlich sicher sein, dass der Schuldner diesen auch zurückzahlen kann. Zum einen wird vor der Vergabe des Darlehens überprüft, ob der Antragsteller auch kreditwürdig ist. Hier kommt die SCHUFA ins Spiel. Die private Wirtschaftsauskunftei ist für die Beurteilung der Kreditwürdigkeit von Privatpersonen und Unternehmen in Deutschland zuständig. Sie sammelt Informationen rund um Bankkonten, Kontoführung, offene Kredite oder Zahlungsausfälle. Auf diesen Informationen basierend, wird ein sogenannter „Score“ erstellt, der die Kreditwürdigkeit aus Sicht der SCHUFA beurteilt. Dieser kann Kreditgebern aller Art abgerufen werden. Bei Unternehmen kann die Kreditwürdigkeit auf Basis des EBITDA bewertet werden.

Zinslast mindern: Die Kreditsicherheit

Kreditsicherheit: Hypothek, Bürgschaft, Forderungsabtretung usw.

Es gibt auch Möglichkeiten, die angesetzte Zinslast zu mindern. Wenn der Kreditnehmer Sicherheiten hinterlegt, auf die der Gläubiger bei Zahlungsunfähigkeit zurückgreifen kann, steigen die Chancen auf niedrigere Verzinsung des Kredits. Ein Schuldner mit geregeltem Einkommen und einer Hypothek auf sein Eigenheim muss dementsprechend einen niedrigeren Zinssatz bedienen, da sein Gläubiger davon ausgehen kann, dass der verliehene Geldbetrag zurückgezahlt wird. Anders verhält es sich mit jemandem, der über kein geregeltes Einkommen verfügt und in der Vergangenheit bereits mit der Rückzahlung von Kreditraten in Rückstand geraten ist. Aufgrund des verhältnismäßig höheren Ausfallrisikos wird ein möglicher Gläubiger mit sehr großer Wahrscheinlichkeit einen höheren Zinssatz für den Kredit ansetzen als beim soliden Eigenheimbesitzer.

Andere Möglichkeiten zur Minderung der Zinslast sind etwa die Bürgschaft, bei der ein Bürge die Schuld im Falle der Zahlungsunfähigkeit auf sich nimmt oder die Forderungsabtretung. Die Abtretung wird immer häufiger genutzt, um der Bank Sicherheit zu verschaffen. Unterschreibt der Kreditnehmer eine derartige Erklärung, darf die Bank beim Zahlungsausfall einen Teil des monatlichen Gehalts seines Schuldners beanspruchen.

Vor- und Nachteile eines Kredits

Gerade als Unternehmen ist es in der Anfangsphase oft nötig einen Kredit aufzunehmen. Gerade bei Unternehmungen, die am Anfang hohe Ausgaben verlangen, kann das Darlehen die nötige Grundlage schaffen. Allerdings sollten Sie immer abwägen, ob es sich nicht mehr lohnt, einen gewissen Betrag zu sparen und erst später zu gründen. Die Nachteile sollten Ihnen dabei immer bewusst sein.

Bei einem Ratenkredit entscheidet beispielsweise oft die Laufzeit über die letztendlichen Kosten. Hier sind in Zeiten niedriger Zinsen zwei Modelle zu beobachten. Modell 1 (klassisch): Je länger die Kreditlaufzeit, desto höher auch der Preis, den der Kreditnehmer für den Kredit zahlen muss. Zudem ist ein Kredit auch immer eine langfristige finanzielle Einschränkung, der Schuldner den Kredit mehrere Jahre abbezahlen muss. Modell 2: (Niedrigzinsmodell): Banken gewähren bei langfristigen Ratenkrediten gleiche oder sogar bessere Zinskonditionen als bei kurzfristigen Geschäften. Hintergrund: Der Kreditgeber „belohnt“ den Kreditnehmer für die langfristige Planungssicherheit durch seine Rückzahlungen mit günstigen Zinsen. Von diesem Modell profitieren unter Privatkunden allerdings nur solche mit nachweislich sehr guter Bonität.

Der Kreditvergleich

Wie immer gilt: Bei Geldfragen sollten Sie keine Entscheidung übers Knie brechen, sondern wohlüberlegt handeln. Gerade wenn Sie planen, größere Beträge für sich oder Ihr Unternehmen aufzunehmen, sollten Sie viele Informationen sammeln. Online finden Sie zahlreiche Angebote, die Ihnen einen Kreditvergleich ermöglichen. Viele Portale sammeln und filtern für Sie auch passende Angebote vor, sodass Sie selbst einfach und schnell vergleichen können. Es macht Sinn, die Konditionen mit einem Finanzberater in Ruhe durchzurechnen und abzuwägen, ob ein Ratenkredit wirklich mehr Sinn macht als zu sparen oder sich -bei Unternehmenskrediten- einen Investor zu suchen. Gerade Angebote, die schnelles Geld zu niedrigen Zinsen versprechen, sollten Sie doppelt und dreifach prüfen.