Bei dem Begriff „Kreditor“ handelt es sich im Finanzwesen um den Gläubiger; komplementär hierzu existiert der Begriff „Debitor“, auch Schuldner genannt. „Gläubiger“ und „Schuldner“ werden häufig im Kontext von Bankdarlehen verwendet, während in puncto Verbindlichkeiten aus Warenlieferungen oder Dienstleistungen von „Kreditor“ und „Debitor“ gesprochen wird. Der Kreditor vertraut dem Debitor Waren, Geld oder Dienstleistungen an und erhält im Gegenzug eine im Vorfeld definierte Gegenleistung – in der Regel ein Geldbetrag.

Kreditor und Debitor können natürliche und juristische Personen sein, sowie Unternehmen. Nimmt ein Kunde etwa einen Kredit bei der Bank auf, so ist das Kreditinstitut der Kreditor und der Kreditnehmer ist Debitor.

Kreditor: Risiko offene Forderung

Der Kreditor trägt hierbei die Risiken eines Kreditgebers: Eine offene Forderung bedeutet Zahlungsausfall. Beim Debitorenrisiko wird ferner zwischen Zahlungsverzug, Zahlungsunfähigkeit und Zahlungsunwilligkeit unterschieden.

Debitorenbuchhaltung: Informations- und Forderungsmanagement

Die Debitorenbuchhaltung umfasst den Teilbereich der Finanzbuchhaltung, der sich mit Forderungen gegenüber Debitoren, Gutschriften und dem Mahnwesen beschäftigt. Alle Geschäftsvorfälle werden zur Verwaltung in einzelnen Debitorenkonten verwaltet – entweder jeder Kunde bekommt ein eigenes Kontokorrentkonto oder Debitoren werden gruppiert Konten zugewiesen. Hier hat jedes Unternehmen ein individuelles System. In der Buchhaltung zählen Debitorenkonten zu den Nebenbüchern. Den Überblick über alle offenen Forderungen geben sogenannte Saldenlisten; die Debitorenbuchhaltung ist somit ein wichtiges Instrument für die Unternehmensplanung. Zahlungsausfälle beeinflussen die Liquidität eines Unternehmens: Nur mit einem lückenlosen Informationsmanagement lassen sich strategische und operative Handlungen planen.

Die Debitorenbuchhaltung hat jedoch nicht nur dokumentarischen und planerischen Zweck: Fällige Rechnungen werden in regelmäßigen Intervallen überprüft – die Vorstufe des Mahnwesens. In den meisten Fällen schickt das Unternehmen zuerst eine Zahlungserinnerung an den Kunden, bevor eine Mahnung folgt. Es liegt im Ermessen des Kreditors, wie die Mahnstufen im Einzelnen gestaltet sind.

Kreditor und Debitor profitieren gleichermaßen von einer konsequent geführten Buchhaltung: Eine gepflegte Datenbank und gut betreute Kunden verkürzen unter Umständen das Kreditorenziel.