Die Lohnnebenkosten fallen in jedem Betrieb an, in dem Mitarbeiter angestellt sind, und werden von dem Arbeitgeber getragen. Sie setzen sich aus verschiedenen Teilen zusammen, wobei die Zuzahlung des Arbeitgebers zur Sozialversicherung seiner Mitarbeiter dabei den größten Anteil  ausmacht.

Was sind die Lohnnebenkosten?

Die Lohnnebenkosten sind alle Kosten neben dem Lohn, die der Arbeitgeber für die Beschäftigung seiner Arbeitnehmer zahlt. Es handelt sich dabei um sogenannte indirekte Arbeitskosten, da sie nicht direkt an den Arbeitnehmer ausgezahlt werden. Stattdessen werden Sie vom Arbeitgeber direkt bezahlt. In puncto Sozialversicherung wird vom Arbeitgeberanteil gesprochen. Die Lohnnebenkosten bekommt der Arbeitnehmer nie zu sehen, denn sie werden nicht auf der Lohnabrechnung aufgeführt.

Welche Lohnnebenkosten gibt es?

Es gibt vier verschiedene Posten, die als Lohnnebenkosten geführt werden. Dabei fallen nur die Sozialversicherungsbeiträge als Fixkosten für den Arbeitgeber an. Alle anderen Kosten sind optionale Posten, die zu den variablen Kosten gerechnet werden können.

Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung

Sobald Sie Mitarbeiter beschäftigen, müssen Sie nicht nur das Gehalt, sondern auch Ihren Anteil zur Sozialversicherung bezahlen. Dazu zählen Beiträge zur Krankenversicherung, zur Pflegeversicherung, zur Arbeitslosenversicherung, zur Rentenversicherung und zur Unfallversicherung.

Kosten für berufsbedingte Aus- und Weiterbildung

Möchten Sie Ihre Mitarbeiter schulen, ist das nicht selten mit erheblichen Kosten verbunden. Sie zahlen dann den Besuch auf der Messe, einen Kurs oder Weiterbildungen im Unternehmen – dabei handelt es sich um Lohnnebenkosten. Diese sind für Sie allerdings steuerfrei und von der Sozialversicherung befreit.

Sonstige Aufwendungen

In diesen Bereich fallen Kosten wie zum Beispiel die Berufsbekleidung, Kosten für Umzüge der Mitarbeiter oder auch Anwerbungskosten.

Bis zum 1. Januar 1980 zahlten Unternehmen auch die sogenannte Lohnsummensteuer, die auf die Summe der gezahlten Löhne erhoben wurde. Mit einer Reform wurde die Steuer abgeschafft, um die Belastung der Unternehmen mit ertragsunabhängigen Steuern zu verringern.

Berechnung der Lohnnebenkosten

Die Prozentsätze für die Lohnnebenkosten sind für den Arbeitgeber immer gleich. Sie zahlen somit zur Sozialversicherung etwa 21% des Bruttolohns des Arbeitnehmers dazu. Die Beiträge werden zwar auf den Bruttolohn berechnet und können damit steigen, sind aber gedeckelt. In Westdeutschland liegt die Beitragsbemessungsgrenze bei 74.400 Euro, im Osten bei 64.800 Euro.

Der Arbeitgeber zahlt bei Krankenversicherung, Pflegeversicherung, Arbeitslosenversicherung und Rentenversicherung immer genauso viel wie der Arbeitnehmer. Die Unfallversicherung wird als einzige ganz vom Arbeitgeber getragen.

Die Beiträge sind in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben und setzen sich so zusammen:

Krankenversicherung: 7,3 % Arbeitnehmer und 7,3 % Arbeitgeber

Pflegeversicherung: 1,175 % AN und 1,175 % AG

Arbeitslosenversicherung: 1,5 % AN und 1,5 % AG

Rentenversicherung: 9,35 % AN und 9,35 % AG

Dazukommen noch die Umlage 1, ein monatlicher Fixbetrag, den Unternehmen an die Krankenkasse zahlen, damit diese bei einer Entgeltfortzahlung aufgrund von Krankheit einspringt. Es handelt sich um eine gesetzliche Pflichtversicherung für alle Unternehmen, die bis zu 30 ständig beschäftigte Mitarbeiter haben. Dabei werden einige Gruppen nicht mitgerechnet. Dazu gehören zum Beispiel Auszubildende, schwerbehinderte Menschen, Heimarbeiter oder auch mitarbeitende Familienmitglieder eines landwirtschaftlichen Betriebs. Arbeitgeber, die nur Personen dieser Art beschäftigen, müssen trotzdem an der Umlage teilnehmen.

Auch die Umlage 2 ist ein solcher Fixbetrag, den seit 2006 alle Unternehmen zahlen müssen. Dabei springt die Krankenkasse ein, wenn Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter in Elternzeit gehen. Die Höhe des Fixbetrages richtet sich nach der Anzahl der Arbeitnehmer, der Höhe des Gehalts und Art der Beschäftigung. So zahlen Arbeitgeber für geringfügig Beschäftigte kleinere Sätze als für Festangestellte.

Entwicklung der Lohnnebenkosten in Deutschland

Seit 1991 sind die Beiträge zur Sozialversicherung gesunken. Lagen sie damals noch bei 39,1 Prozent, zahlen Arbeitgeber heute nur noch 21 Prozent. Die schrittweise Senkung der Beiträge sollte Arbeitgeber dazu anregen, mehr Mitarbeiter einzustellen und so mehr Arbeitsplätze zu schaffen.

Warum gibt es Lohnnebenkosten?

Das Ziel der Lohnnebenkosten war es, Arbeitnehmer sozial abzusichern. Allerdings kann mit den Beiträgen, die Unternehmen und Arbeitnehmer gemeinsam leisten, nur eine Grundsicherung erzielt werden. Mittlerweile können Arbeitgeber Ihre Attraktivität für gut ausgebildete Fachkräfte deutlich steigern, wenn Sie entsprechende Angebote, wie die betriebliche Altersvorsorge, machen und so freiwillig die Lohnnebenkosten steigern.

Arbeitgeber müssen bei der Einstellung neuer Mitarbeiter genau berechnen, was sie leisten können und wie hoch die gesamten Kosten für Sie letztendlich sind. Dazu finden Sie online zahlreiche Rechner, mit denen Sie die Lohnnebenkosten und die gesamte Belastung berechnen können.