Ein Schuldner ist eine natürliche oder juristische Person, die einer anderen gegenüber zu einer Leistung verpflichtet ist. Im Regelfall geht es dabei um eine Geldschuld, die der Schuldner gegenüber einer Bank oder einem Lieferanten hat. Der Schuldner befindet sich also immer in der Leistungspflicht gegenüber dem Gläubiger. Dabei ist nicht ausgeschlossen, dass ein Schuldner mehrere Gläubiger haben kann. Im Finanzwesen wird der Schuldner auch als Debitor bezeichnet. Andere Synonyme sind das schweizerische Wort Konkursit oder auch Restant, ein Begriff, der vor allem im Bankwesen verwendet wird.

Achtung: Der Begriff Schuldner kann auch für einen Kunden, der Waren oder eine Leistung erhalten hat, diese aber noch nicht bezahlt hat, benutzt werden.

Das Schuldverhältnis

Wer Schulden macht, nimmt Geld eines Gläubigers in Anspruch und bezahlt diesen dafür mit Zinsen. Der Gläubiger kann eine Bank oder anderer Geldgeber sein. Es wird zwischen zwei Schuldverhältnissen unterschieden.

Gesetzliches Schuldverhältnis

Ein solches Schuldverhältnis ergibt sich aus gesetzlichen Regelungen. Es liegt also kein Vertrag zugrunde, sondern gesetzliche Normen. Ein gesetzliches Schuldverhältnis besteht immer zwischen zwei Parteien und kann in verschiedenen Rechtsbereichen auftreten. So ist zum Beispiel die Unterhaltspflicht ein gesetzliches Schuldverhältnis. Im Schuldrecht können zum Beispiel Schulden entstehen, wenn sich jemand ungerechtfertigt bereichert hat und den Betrag, um den er sich bereichert hat, wieder an die eigentlichen Eigentümer zurückzahlen muss. Auch im Erbrecht, im Arbeitsrecht und im Sachenrecht gibt es gesetzliche Schuldverhältnisse.

Vertragliches Schuldverhältnis

Das vertragliche Schuldverhältnis sollte den meisten Privatpersonen und auch Unternehmen bekannt sein. Es liegt vor, wenn ein Vertrag zwischen einem Gläubiger und einem Schuldner geschlossen wurde. Dabei kann es sich um eine Abmachung zwischen zwei Geschäftspartnern oder Lieferant und Kunde handeln. Das vertragliche Schuldverhältnis besteht allerdings auch bei einem Kredit.

Schulden in der Buchhaltung

Schulden gehören in den meisten Unternehmen zum Alltag und müssen richtig verbucht werden. Dabei gilt Saldierungsverbot für vertragliche und gesetzliche Schulden. Das schreibt § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB als eines der Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung, GoB, vor. Das Saldierungsverbot schreibt vor, dass Posten der Aktivseite nicht mit der Passivseite, Aufwendungen nicht mit Erträgen und Grundstücksrechte nicht mit Grundstückslasten verrechnet werden dürfen. Das bedeutet, dass auch Schulden in der Buchhaltung nicht verrechnet werden dürfen.

Beispiel: Die Firma Knut schuldet einem Lieferanten 20.000 Euro. Der Lieferant wiederum hat bei dem Unternehmen Waren eingekauft und diese noch nicht bezahlt. Er schuldet der Firma Knut 10.000 Euro. Rein theoretisch könnten diese beiden Posten nun verrechnet werden und die Firma Knut würde nur noch 10.000 Euro schulden. Da die Verrechnung des vertraglichen Schuldverhältnisses durch das Saldierungsverbot allerdings ausgeschlossen ist, muss die Firma Knut in der Buchhaltung die 10.000 Euro, die der Lieferant schuldet, auf der Aktivseite der Bilanz unter Forderungen aus Lieferungen und Leistungen verbuchen. Die Schulden von 20.000 Euro, die das Unternehmen beim Lieferanten hat, werden auf der Passivseite der Bilanz als Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gebucht.

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Rechte und Pflichten des Schuldners

Der Schuldner muss nicht nur die Summe, die er beim Gläubiger in Anspruch genommen hat, zurückzahlen, sondern auch für den sogenannten Leistungserfolg sorgen. Dieser Erfolg wird nur erzielt, wenn die richtige Leistung zur vereinbarten Zeit am richtigen Ort vollständig erbracht wurde.

Dafür hat der Schuldner auch Rechte gegenüber dem Gläubiger. Er kann beispielsweise eine Leistung verweigern, bevor der Gläubiger selbst keine Leistung erbracht hat. Dies gilt allerdings nur, wenn er sich laut Vertrag nicht zu einer Vorleistung verpflichtet hat. Ein anderer Fall ist der sogenannte Gläubigerverzug, bei dem der Gläubiger, die vom Schuldner angenommene Leistung nicht annimmt. Verweigert der Gläubiger die Annahme, kommt es also zum Verzug der Tilgung. In diesem Fall darf der Schuldner vom Gläubiger eine Ersatzleistung verlangen, sollten ihm Kosten für die Aufbewahrung des Schuld-Gegenstandes angefallen sein.

Warum profitieren Schuldner von der Inflation?

Die Inflation ist die schleichende Entwertung des Geldes. Das bedeutet, das mit voranschreitender Zeit Geld immer weniger Wert ist, da die Preise für Güter und Dienstleistungen höher werden. Für Schuldner ist das ein Gewinn, denn der reale Wert der Kredite, die sie tilgen müssen, wird immer kleiner. Dabei ist es allerdings nicht die Höhe des Kredits, die geringer wird, sondern die dafür zu zahlenden Zinsen. Es ist besonders von Vorteil, wenn die Inflationsrate höher ist, als der Zins, zu dem Geld geliehen wurde. Denn dann frisst die Inflation die Schulden – ein Fall den es aber vor allem bei Staatsanleihen gibt.

Die Schuldnerberatung

Wer sich hoch verschuldet hat, den Überblick verliert und nicht mehr mit der Schuldenlast umgehen kann, der findet in einer Schuldnerberatung Hilfe. Die Sozial- und Finanzexperten vor Ort können dem Schuldner eine große Last nehmen, indem sie für ihn mit den Gläubigern in Kontakt treten und ihm wieder einen Überblick verschaffen. Außerdem erstellen sie Tilgungspläne und helfen dabei, diese einzuhalten. Sie schauen sich genau an, welche Leistung der Schuldner erbringen kann und welche Gläubiger sofort eine Reaktion der Person erwarten. Aufgrund dieser Daten wird ein individueller Plan für die Rückzahlung erstellt. Diesen Service gibt es allerdings nicht nur für Privatpersonen, sondern auch für Unternehmen. Kleinere Unternehmen und Selbstständige können zum Beispiel Schuldnerberatungsstellen der Kommunen aufsuchen und sich dort kostenfrei beraten lassen. Wenn auch Sie einen Schuldnerberater suchen, finden Sie online zahlreiche kostenlose Angebote von sozialen Trägern und den Kommunen.