Eine Steuer ist eine zweck- und aufgabengebundene monetäre Abgabe steuerpflichtiger Personen zur Deckung des öffentlichen Finanzbedarfs ohne Anspruch auf eine Gegenleistung. Einst Sach- und Dienstleistungen, sind Steuern mittlerweile ausschließlich Geldleistungen und finanzieren die Ausgaben von Bund, Ländern und Gemeinden.

In Deutschland gibt es rund 40 verschiedene Steuern, die zur Finanzierung des Gemeinwesens dienen. Ohne Steuern könnte der Staat keine Aufgaben zur Sicherung des Gemeinwohls bewältigen: Bildung, Gesundheit, Infrastruktur, Sicherheit – elementare Leistungen werden mit Steuereinnahmen finanziert. Hierbei kann zwischen indirekten und direkten Steuern unterschieden werden: Durch Umsatzsteuer, Energiesteuer und Tabaksteuer werden beispielsweise indirekt Steuern erhoben, da sie bereits in der Ware oder Dienstleistung enthalten sind; zu den direkten Steuern zählen Lohnsteuer, Einkommensteuer sowie Hundesteuer.

Die meisten Steuern werden in Deutschland durch Umsatzsteuer, Lohnsteuer, Gewerbesteuer, Einkommensteuer und Energiesteuer eingenommen.

Steuerarten

Umsatzsteuer/ Mehrwertsteuer

Produkte und Dienstleistungen, die mit einem Mehrwertsteuersatz von entweder 7 Prozent oder 19 Prozent besteuert werden. Unternehmer müssen auf den Verkaufspreis ihrer Waren Mehrwertsteuer erheben.

Gewerbesteuer

Muss von allen Gewerbetreibenden entrichtet werden – dies gilt also nicht für Freiberufler. Die Besonderheit: Gewerbesteuer wird an die örtliche Gemeinde entrichtet und fällt somit unterschiedlich hoch aus. In Ballungszentren ist die Gewerbesteuer meist höher als auf dem Land.

Einkommensteuer

Arbeitnehmer entrichten die Einkommensteuer durch die Lohnsteuer – Unternehmer sind hingegen dazu verpflichtet alle Einkünfte selbst zusammenzurechnen und die Einkommensteuer entsprechend an das Finanzamt abzuführen.

Geltende Grundsätze der Besteuerung

Der Moralphilosoph und Ökonom Adam Smith forderte bereits 1776 Grundsätze, welche die Erhebung von Steuern regeln sollten; nach Smith sollten für die Besteuerung die vier Steuermaxime Bestimmtheit, Bequemlichkeit, Billigkeit und Gleichmäßigkeit gelten. Adolph Wagner (1880), Wilhelm Gerloff (1942), Heinz Haller (1957) und Fritz Neumark (1970) stellten später Steuergrundsätze auf – steuerliche Maßnahmen eines Staates dienen nunmehr nicht allein fiskalischer Ziele, sondern auch nicht-fiskalischer Ziele. Unter nicht-fiskalischer Besteuerung fallen alle steuerlichen Maßnahmen eines Staates, die zur Zielerreichung wirtschaftspolitischer Interessen dienen, wie zum Beispiel zur Stabilisierung der Wirtschaft.

Die Grundfrage lautet, wie viel der einzelne Bürger zu den Steuereinnahmen beitragen soll. Im Mittelpunkt steht hier die Maxime der steuerlichen Gerechtigkeit, die jedoch unterschiedlich interpretiert wird: Hier sehen Autoren das Äquivalenzprinzip oder das Leistungsfähigkeitsprinzip als Grundsätze zur Gewährleistung einer steuerlichen Gerechtigkeit an.

Folgende moderne Grundsätze gelten für eine gerechte und rationale Erhebung von Steuern:

  • Fiskalisch-budgetäre Grundsätze: Das Steuersystem soll alle politisch vorhergesehen Ausgaben finanzieren können und sich daher bei Bedarf an die Anforderungen anpassen.
  • Ethisch-sozialpolitische Grundsätze hinsichtlich der Gleichmäßigkeit und Verhältnismäßigkeit der Besteuerung.
  • Wirtschaftspolitische Grundsätze: Das Steuersystem soll wettbewerbsneutral und wachstumsfördern sein. Eine aktive Steuerflexibilität soll gleichzeitig kurzfristige diskretionäre Maßnahmen zur stabilitätspolitischen Zielerreichung ermöglichen; etwa nach dem Stabilitätsgesetz.
  • Steuerrechtliche und steuertechnische Grundsätze: Prinzipien betreffend der Widerspruchsfreiheit, Transparenz, Praktikabilität der Besteuerung sowie der Wirtschaftlichkeit der Besteuerung.

Steuerklassen und Steuererklärung

In Deutschland gibt es laut Einkommensteuergesetz sechs Lohnsteuerklassen, nach denen Arbeitnehmer klassifiziert werden. Mit der Zuordnung zu einer Steuerklasse werden persönliche Lebensumstände berücksichtigt, die ihre Grundlage im Einkommensteuerrecht finden. Zu den individuellen Faktoren gehören der Familienstand eines Arbeitnehmers sowie eventuelle Freibeträge; siehe hierzu auch den Glossar-Eintrag zum Thema Lohnsteuer.

Arbeitnehmer müssen nur unter bestimmten Voraussetzungen eine Einkommensteuererklärung gegenüber dem Finanzamt abgeben; für welche natürlichen oder juristischen Personen eine Steuererklärung verpflichtend ist, regelt § 149 der Abgabenordnung sowie Einzelsteuergesetze.

Das Einkommensteuergesetz, Körperschaftsteuergesetz, Gewerbesteuergesetz und das Umsatzsteuergesetz fordern eine jährliche Steuererklärung.