Der Steuersatz ist der Prozentanteil, den eine steuerpflichtige Person oder ein Unternehmen zu entrichten hat. In Deutschland wird ein progressiver Steuersatz ermöglicht, was bedeutet, dass verschiedene Personengruppen auch unterschiedliche Steuersätze zahlen müssen. Das ist zum Beispiel bei der Einkommensteuer der Fall, bei der sich der Satz mit steigendem Einkommen erhöht. Auch die Umsatzsteuer, die Körperschaftsteuer, die Gewerbesteuer, die Schenkungs- und Erbschaftssteuer werden mit einem progressiven Steuersatz versteuert. Der Steuersatz kann in Prozenten oder in Geldbetrag pro Werteinheit angegeben werden.

Der Steuersatz für das Einkommen

Das Einkommen wird in Deutschland je nach Höhe anders besteuert. Wer das für unfair hält, irrt sich. Denn das Steuergesetz ist auf Steuergerechtigkeit ausgerichtet und sichert mit progressiven Steuersätzen das Sozialsystem. Die Theorie: Starke Schultern sollen mehr tragen. In den Steuerkontext übersetzt bedeutet das: Wer viel verdient soll auch eine hohe Steuer zahlen, wer wenig verdient zahlt eine niedrige Steuer. In der Praxis ist das Ganze so geregelt: Wer maximal 9.000 Euro jährlich verdient, zahlt keine Steuern auf sein Einkommen. Ab 9001 Euro gilt der Eingangssteuersatz von 14 Prozent. Er ist der niedrigste Einkommensteuersatz und steht dem Spitzensteuersatz gegenüber, der bei 42 Prozent liegt und auf Einkommen ab 54.951 Euro jährlich erhoben wird. Wer deutlich mehr verdient, muss noch mehr abgeben: Ab einem Jahresgehalt von 260.533 Euro müssen 45 Prozent Steuern gezahlt werden.

Wer mit seinem Gehalt zwischen 9.000 und 54.951 Euro liegt, der zahlt einen Steuersatz, der je nach Höhe des Gehalts zwischen 14 und 42 Prozent liegt – Es wird von einer progressiven Erhöhung gesprochen. Dabei wird der Steuersatz als Grenzsteuersatz bezeichnet, der kennzeichnet ab welcher Grenze ein höherer Steuersatz fällig wird. Bekannt sein sollte Ihnen auch der Durchschnittssteuersatz, der 20 Prozent beträgt und mit dem das Einkommen grundsätzlich besteuert wird.

Steuersatz berechnen

Sie können den Steuersatz, der für Sie gilt ganz einfach online mit einem kostenlosen Rechner ermitteln. Dazu reicht es, das monatliche oder das jährliche Bruttoeinkommen und die für Sie geltende Steuerklasse anzugeben.

Tipp: Nicht alle Einkünfte werden mit dem Steuersatz für Einkommen versteuert. Für Einkünfte aus Kapitalvermögen wird in der Regel ein pauschaler Steuersatz von 25 Prozent als Abgeltungsteuer von der Bank einbehalten. Auch hier kommt es allerdings auf die Höhe der Einkünfte an, denn es gilt ebenfalls ein progressiver Steuersatz. Deshalb ist es sinnvoll, diese Einkünfte in der Steuererklärung anzugeben und eine Günstigerprüfung zu beantragen. Sind die Einkünfte niedrig, womit der Grenzsteuersatz auch niedriger ausfällt als 25 Prozent, erhalten Sie eine Rückerstattung vom Finanzamt.