Eine Verbindlichkeit entsteht per Definition dann, wenn ein Unternehmer gegenüber einem Lieferanten oder Schuldner eine Leistung erbringen muss, nachdem dieser bereits eine Leistung erbracht hat. Es handelt sich also um Schulden. Eine Verbindlichkeit entsteht nur dann, wenn die Erbringung einer Leistung und die Bezahlung dieser Leistung beziehungsweise die Erbringung einer Gegenleistung nicht am selben Tag stattfinden, woraus eine Schuld entsteht.

Von Verbindlichkeiten wird lediglich in Bezug auf Unternehmen gesprochen. Dazu zählen zum Beispiel Verbindlichkeiten aus Lieferungen, Leistungen und Anleihen gegenüber Kreditinstituten und verbundenen Unternehmen. Steuerzahlungen sind ebenfalls eine Verbindlichkeit. Verbindlichkeiten sind nicht nur Geldleistungen. Es können auch Dienstleistungen oder Sachleistungen sein. Verbindlichkeiten sind das Gegenteil von Forderungen.

Wie entsteht eine Verbindlichkeit

Liegt eine Verbindlichkeit vor, schuldet ein Unternehmen einem anderen etwas. Dazu muss eine Willenserklärung vorliegen, die von beiden unterzeichnet ist. Das ist zum Beispiel ein Kauf-, oder Mietvertrag oder der Vertrag bei Abschluss eines Kredits. Das Unternehmen geht in diesem Fall die Verpflichtung ein, den Vertragspartner für seine Leistung zu bezahlen.

Verbindlichkeiten müssen in der Bilanz aufgeführt werden und dort nach Ihrer Art unterteilt werden.

Diese Verbindlichkeiten kann ein Unternehmen eingehen:

  • Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
  • Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
  • Durch Kunden getätigte Anzahlungen für Warenlieferungen
  • Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen
  • Verbindlichkeiten gegen Unternehmen im Beteiligungsverhältnis
  • Schuldwechsel
  • Sonstige Verbindlichkeiten besonders aus Steuern im Rahmen der sozialen Sicherheit

In der Bilanz muss jede Verbindlichkeit auf der Passiv-Seite stehen. Sie unterliegt laut §§242 und 246 HGB der Passivierungspflicht. Die Schuld wird unter Punkt C. Verbindlichkeiten auf der rechten Seite unter den Rückstellungen mit Höhe und Art eingeordnet. Eine Schuld aus Verbindlichkeiten hat für das Unternehmen eine große Bedeutung, da sie den Gewinn und so auch die Steuerlast reduziert.  

Ein Beispiel für Verbindlichkeiten

Eine Bäckerei wird regelmäßig von einem Lieferanten mit Mehl beliefert. Am 1. Februar bekommt die Bäckerei eine Lieferung mit 200 Kilo Mehl. Bezahlen muss die Bäckerei dieses Mehr allerdings erst am 15. Februar. Der Bäcker geht dabei eine Verbindlichkeit ein und wird zum Schuldner, auch Debitor genannt. Er muss bis zum 15. Februar den Preis für das Mehl an den Gläubiger, seinen Lieferanten, bezahlen.

Verbindlichkeiten oder Rückstellungen

Die Verbindlichkeit unterscheidet sich von der Rückstellung. Während bei der Rückstellung nicht klar ist, wie hoch die letztendlich zu zahlende Summe sein wird, ist dies bei der Verbindlichkeit bereits bekannt.