Ein Verlustvortrag ist ein gutes Mittel, um Verluste steuerlich auszugleichen. Werden in einem Jahr höhere Verluste als Einnahmen erzielt, können diese in der Steuererklärung angemeldet und im kommenden Jahr verrechnet werden, sodass das zu versteuernde Einkommen sinkt. Das funktioniert allerdings nur, wenn keine anderen steuerlichen Vorteile aufgrund des Verlustes geltend gemacht wurden. Das Gegenteil ist ebenfalls möglich. Dabei können Verluste ins Vorjahr übertragen werden. Im Finanzwesen wird vom Verlustrücktrag gesprochen.

So wird der Verlustvortrag vorgenommen

Wenn Sie als Gründe im ersten Jahr höhere Ausgaben als Einnahmen haben, vermerken Sie diese in ihrer Steuererklärung und kreuzen Sie im Mantelbogen das Feld Erklärung zur Feststellung des Verlustvortrags an. Nimmt das Finanzamt Ihren Antrag an, bekommen Sie einen Bescheid über gesonderte Feststellung des verbleibenden Verlustvortrags zugeschickt. Dieser berechtigt Sie nun dazu die Verluste in der nächsten Steuererklärung geltend zu machen. In diesem Fall werden die Verluste aus dem Vorjahr vom Einkommen des aktuellen Jahres abgezogen, wodurch ein geringeres Einkommen versteuert wird als tatsächlich in diesem Jahr erzielt wurde. Je nachdem wie hoch die Verluste sind und wie sehr sie die Einkünfte schmälern, können Sie mehrere tausend Euro Steuern zurückerhalten.

Wie hoch darf ein Verlust sein?

Dabei kann nicht jeder Betrag zu 100 Prozent als Verlustvortrag angemeldet werden. Lediglich Geldwerte von einer Million Euro sind voll vortragbar. Alles was darüber liegt wird gesondert betrachtet und darf nur zu 60 Prozent als Vortrag angewandt werden. Für den Verlustvortrag muss der Steuerpflichtige kein regelmäßiges Einkommen haben. Rückwirkend kann der Verlustvortrag auch bis zu vier Jahre nach dem Verlustjahr angemeldet werden.

Verlustvortrag: Beliebt bei Unternehmern und Studenten

Der Verlustvortrag wird nicht nur Gründern und Unternehmern, sondern auch Studenten empfohlen. Sie haben in der Regel während des Studiums ein Einkommen, das deutlich geringer ist als die anfallenden Ausgaben. Studiengebühren, Lehrmittel und Miete – da kommt schon eine Summe zusammen. Diese kann in der jährlichen Steuererklärung angegeben und als Verlustvortrag angemeldet werden. Sobald das Studium abgeschlossen wurde und der Student erstmals Gewinne erzielt, wird der Verlustvortrag eingesetzt, wodurch er jährlich hohe Steuerbeträge zurückerstattet bekommen kann. Studenten können diese Steuererleichterung nur nutzen, wenn sie vor dem Studium eine Ausbildung abgeschlossen haben oder sich im Master-Studium befinden. Die Verluste müssen als Werbungskosten angegeben werden, damit sie später als Verlustvorträge geltend gemacht werden können. Wer ein Bachelorstudium absolviert kann lediglich alle Kosten als Sonderausgaben angeben und den damit leider Verlustvortrag nicht nutzen.

Achtung: Diese Regelung könnte sich ändern. Denn der Bundesfinanzhof hat schon 2015 entschieden, dass die ungleiche Behandlung von Erststudenten und Zweitstudenten gegen die Verfassung verstößt. Aktuell liegt der Fall dem Bundesverfassungsgericht vor, das eine Entscheidung zugunsten der Bachelor-Studenten fällen könnte.

Verluste ins Vorjahr übertragen: Der Verlustrücktrag

Macht ein Unternehmen in einem Jahr Verluste, die es mit den aktuellen Einnahmen nicht ausgleichen kann, so kann es die Verluste auf das Vorjahr übertragen. Dabei darf allerdings nur ein Betrag von maximal einer Million Euro, bei verheirateten Personen bis zu 2 Millionen Euro, übertragen werden. Der Verlustvortrag wird dann von dem Gesamtbetrag der Einkünfte des vorangegangenen Veranlagungszeitraumes abgezogen. Verlustvorträge können nur so lange beantragt werden, bis ein gegebenenfalls ausgestellter Bescheid zum Verlustvortrag in Kraft tritt.