Die DATEV eG ist der wohl bekannteste IT-Dienstleister aus dem Bereich Buchhaltung, Steuern und Recht. Die Genossenschaft wurde 1966 auf Initiative von Joachim Mattheus und Dr. Heinz Siebiger in Nürnberg gegründet. Die Mitglieder sind ausschließlich Angehörige der steuerberatenden, wirtschaftsprüfenden oder rechtsberatenden Berufe. Die eG ist in Deutschland aber auch in Tschechien, der Slowakei, Österreich, Italien, Polen, Spanien und Ungarn tätig. Aus 65 Gründungsmitgliedern sind mittlerweile über 40.000 Genossen geworden. Vorstandvorsitzender ist Robert Mayr.   

DATEV Softwarelösungen

DATEV wurde von Steuerberatern mit dem Ziel gegründet, die Buchhaltung der Mandanten elektronisch zu erledigen. Auch heute liegt der Schwerpunkt des Unternehmens noch auf dem Steuerberatermarkt. Für die Bedürfnisse dieser Zielgruppe hat das Unternehmen zahlreiche Softwarelösungen und Service parat. Doch auch für Unternehmer bietet DATEV passende Programme an, die zum Beispiel die Mitarbeiterverwaltung übernehmen.

Die Geschichte der DATEV

Hintergrund der Gründung des eG waren nicht nur die neuen Einsatzmöglichkeiten für EDV und die bevorstehende Einführung der Netto-Allphase-Umsteuer mit Vorsteuerabzug, die heute allgemein als Mehrwertsteuer bekannt ist, sondern auch die Arbeitskräfteknappheit im Bereich der Steuerfachangestellten und Buchhalter. Der Name der Genossenschaft lautete ursprünglich DATEV Datenverarbeitungsorganisation der Steuerbevollmächtigten für die Angehörigkeit des steuerberatenden Berufes in der Bundesrepublik Deutschland, eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht. Das erste System zur betriebswirtschaftlichen Auswertung wurde 1969 eingeführt. Die ersten Dienstleistungen waren rechenzentrumsbasiert. Die Daten der Mandanten wurden vor Ort erfasst und eingegeben und dann als Lochstreifen per Post an das Rechenzentrum verschickt. Dort wurden sie ausgewertet und später wieder per Post an die Kanzlei gesendet. Das DATEV-Rechenzentrum steht noch heute in der Gründungsstadt Nürnberg.

Mit der Weiterentwicklung der Technik konnten auch die Genossen der DATEV ihre Dienstleistungen verbessern. Schrittweise erfolgte ab 1985 die Umstellung auf Inhouse-Lösungen und die Erweiterung der Angebote um Consulting und Schulungen. Ende der 90er Jahre vollzog die eG die Umstellung von MS-DOS auf Microsoft Windows. Auch aktuelle Softwares von DATEV sind auf dieses System ausgerichtet. Kunden, die einen Apple-PC nutzen, finden im Netz kostenlose Emulatoren, mit denen sie DATEV-Programme nutzen können.

Aktuelles: DATEV heute

Aus dem digitalen Finanzwesen ist DATEV nicht mehr wegzudenken. Das Unternehmen bietet über 200 verschiedene Cloud-Lösungen, Online-Anwendungen, Beratungsdienstleistungen und Programme an, darunter Softwares für Finanzbuchführung, Lohn- und Gehaltsabrechnung und Software für Kommunen und kommunale Betriebe und passende Programme für Rechtsanwälte. Die meisten Daten werden im DATEV-Rechenzentrum verarbeitet. Auf seiner Webseite aktualisiert DATEV den Status seines Rechenzentrums rund um die Uhr, sodass die Community nicht nur schnellstmöglich über Wartungen informiert ist, sondern sich Nutzer auch über Störungen oder Probleme informieren können. In MyDatev haben Kunden einen genauen Überblick über ihre Kundeninformationen und einen direkten Kontakt zum Support und dem DATEV-Shop. MyDatev erreichen Sie direkt über die Startseite. 

Die DATEV stellt außerdem Services im Bereich Datendistribution, Datenschutz und Informationsbereitstellung, Sicherheitsdienstleistungen, Consulting, Software- und Wirtschaftsprüfung bereit. Seit 2005 ermöglicht sie auch das Mandantendirektgeschäft – somit profitieren nicht nur Buchhalter, Steuerberater, Rechtsanwälte und Wirtschaftsprüfer von den zahlreichen Angeboten. Auch für Unternehmen sind die Services seitdem verfügbar, allerdings nur unter einer Bedingung: Der jeweilige Berater, der mit DATEV arbeitet muss dem einwilligen und kann dieses Einverständnis unter Umständen auch zurückrufen. So ist es auch in den AGB des Unternehmens geregelt. Die Verhandlungen zu diesem Umgang mit Unternehmen wurden nicht nur intern, sondern auch als eines der Top-Themen in der Presse behandelt. Eines der Steckenpferde ist der Service zur Gehaltsabrechnung. Etwa 12,5 Millionen Abrechnungen werden in jedem Jahr von der Genossenschaft verarbeitet.