Wenn Sie sich mit dem Thema Buchhaltung beschäftigen, sind Ihnen sicher schon die Begriffe SKR 03 und SKR 04 begegnet. Dabei handelt es sich um zwei Standardkontenrahmen, die in allen Branchen verwendet werden können. Kontenrahmen benötigen Sie in Ihrem Unternehmen, um Geschäftsvorfälle auf die richtigen Konten zu buchen. In diesem Beitrag erklären wir Ihnen, was es mit dem Standardkontenrahmen SKR 03 auf sich hat.

Ein fester Standard

Alle Standardkontenrahmen, die derzeit genutzt werden, wurden von DATEV gemäß dem Bilanzrichtlinie-Umsatzgesetz sowie der internationalen Rechnungslegungsstandards IFRS und IAS festgelegt. Die aktuellste Version des Kontenrahmen SKR 03 gilt seit Januar 2018. Die Standard-Kontenrahmen werden regelmäßig von DATEV angepasst und sollen vor allem Finanzbehörden, Wirtschaftsprüfern und Buchhaltern die Arbeit erleichtern. Denn die einheitliche Einordnung der verschiedenen Geschäftsvorfälle in standardisierte Konten schafft Einheitlichkeit und gestaltet die doppelte Buchhaltung übersichtlich. SKR 03 ist ein Standard, der von allen Branchen genutzt werden kann und auch von vielen Steuerberatern bevorzugt wird.

Die aktuellste Version des SKR 03 bekommen Sie kostenlos als PDF auf der DATEV-Webseite zum Download.

Wann nutzen Sie SKR03?

Ob Sie SKR 03 oder 04 nutzen bleibt Ihnen überlassen. Der Unterschied liegt in der Gliederung der Konten. Während SKR 04 mit der Abschlussgliederung arbeitet, nutzen SKR03 die Prozessgliederung. Der Kontenrahmen orientiert sich also am Geschäftsablauf und nicht am Abschluss, was gerade für Gründer und junge Unternehmen häufig nachvollziehbarer ist als die Gliederung nach GuV und Bilanz. Viele Steuerberater nutzen SKR 03. Die erleichtern also die Zusammenarbeit, wenn Sie den gleichen Standardkontenrahmen verwenden.

Tipp: Dieser Kontenrahmen eignet sich auch für Kleinunternehmer, Startups und Freiberufler.

So ist SKR 03 gegliedert

Grundsätzlich enthalten alle Kontenrahmen die Positionen Anlage- und Umlaufvermögen, Eigen- und Fremdkapital, Erlöse und Aufwendungen, Summen- und Saldenvorträge und statistische Konten. SKR 03 ist nach den verschiedenen Prozessen in einem Unternehmen gegliedert. Sie können Ihre Geschäftsvorfälle ganz einfach nach dieser Gliederung einordnen:

0 = Anlage- und Kapitalkonten

1 = Finanz- und Privatkonten

2 = Abgrenzungskonten

3 = Wareneingangs- und Bestandskonten

4 = Betriebliche Aufwendungen

7 = Bestände an Erzeugnissen

8 = Erlöskonten

9 = Vortrags- und statistische Konten

Die Nummern 5 und 6 fallen in die betrieblichen Aufwendungen und werden daher nicht mehr gesondert aufgeführt.

Standardkontenrahmen anpassen

Nicht jedes Unternehmen benötigt genau die Konten, die im Kontenrahmen aufgeführt sind. Sie können die von Ihnen benötigten Konten deshalb einfach herausziehen und in einem deutlich schlankeren Kontenplan zusammenfassen. So schaffen Sie auch für Ihre Buchhaltung eine Übersicht darüber, welche Konten wichtig sind und regelmäßig angesprochen werden.

Die GoB und der Kontenrahmen

Sie können frei wählen, welchen Kontenrahmen Sie nutzen möchten. Allerdings sollten Sie die Verwendung eines Kontenrahmens unbedingt mit Ihrem Steuerberater abstimmen und die Folgen dessen bedenken. Denn wenn Sie sich einmal für einen Kontenrahmen entschieden haben und SKR 03 nutzen möchten, dann sind Sie nach den Grundsätzen der ordnungsgemäßen Buchführung, kurz GoB, dazu verpflichtet, diesen Kontenrahmen weiterhin zu nutzen. Möchten Sie den Kontenrahmen wechseln, können Sie dies nur zum Jahreswechsel. Innerhalb des Jahres oder rückwirkend ist kein Kontenrahmenwechsel möglich. In jedem Fall müssen Sie Ihren Steuerberater informieren.